Warning: mysql_fetch_assoc(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 796

Warning: mysql_free_result(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 823

Warning: mysql_fetch_assoc(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 796

Warning: mysql_free_result(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 823

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php:796) in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/typo3/sysext/cms/tslib/class.tslib_fe.php on line 2898
Buchhandlung am Sand - Buchtipps
Katrin Gesterding
empfahl bei der Lesezeit...

Dieter David Seuthe, Frankfurt verboten

 

Ende der zwanziger Jahre wird Elise Hermann am berühmten Hoch`schen Konservatorium in Frankfurt am Main zur Pianistin ausgebildet. Da sie sehr begabt ist, steht ihr eine glänzende Zukunft bevor. Sie, die Jüdin, die ihre Religion aber nicht lebt, verliebt sich in den Adligen „Arier“ Max. Für beide ist es die Liebe ihres Lebens. Doch ab 1933 ist nichts mehr wie es mal war, auch nicht in dem liberalem Frankfurt. Elises Debüt-Konzert wird verboten, wie öffentliche Auftritte jüdischer Künstler generell verboten werden. Elise muss um ihr persönliches und berufliches Überleben kämpfen, obwohl Max zum Schutz von Elise in die Partei eintritt und ihr so zur Flucht verhilft, allerdings ohne ihn.

 

Der Autor erzählt, dass er Musik liebt, die Musik gab ihm die Inspiration zu diesem Buch. Durch seine Eltern hat er von vielen Schicksalen erfahren, die Elises gleichen. »Biografien, die durch die Nationalsozialisten zerstört wurden«, sagt Seuthe. Diese vielen Schicksale hat er zu der Figur der jungen Pianistin verwoben. Den geschichtlichen Hintergrund hat er akribisch recherchiert. Seuthe sprach mit dem Leiter des Konservatoriums, mit Historikern des Jüdischen Museums und des Instituts für Stadtgeschichte und er las viel. Und so fügte sich über Jahre hinweg der Roman wie ein Mosaikbild zusammen. Seuthe wollte aber auch von Menschen erzählen. Als Therapeut hört er viele Lebensgeschichten und Schicksale, ihn interessierte die Frage wie sich Menschen psychologisch unter der Terrorherrschaft der Nazis verändern. Die hier erzählte Geschichte von Elise und Max ist nicht wirklich geschehen, so wie er sie geschrieben hat. Aber sie könnte es, sagte er in einem Interview, und das ist viel wichtiger „Ich will Geschichte greifbar machen, und vor allem will ich etwas in den Lesern berühren. Mein Ziel ist, dass sie sich nach der Lektüre fragen, wie sie in dieser Situation gehandelt hätten“.

Ein bewegendes, berührendes und wichtiges Buch, zu dem Thema "Wie alles anfing… und wie konnte so dazu kommen". Dieses Buch hat sich in mein Herz geschrieben.

Absolut lesenswert!!!!

 

weissbooks.w Verlag - gebunden - 371 Seiten - Preis: 22,90 € - ISBN 978-3-86337-049-7

 

 

Helene Wecker, Golem und Dschinn

 

Jüdische Mystik trifft orientalisches Märchen.

"Golem und Dschinn", ist das Romandebüt der Amerikanerin Helene Wecker, die die Mystik ihrer jüdischen und arabischen Wurzeln in einer fantastischen Geschichte zusammenführt. Sie nimmt ihre Leser mit auf eine faszinierende Reise durch die verschiedensten Kulturkreise im New York der Jahrhundertwende.

Golem, ein Lehmgeschöpf, ein Wesen, dass dem Willen seines Meisters unterstellt ist, und die Gefühle und Wünsche der Mitmenschen spürt. Aber was passiert, wenn der Meister stirbt? Ohne die Wünsche ihres Meisters strömt alles auf sie ein und sie nimmt alles auf. Sie ist offen für alles und jeden. Als sie in Gefahr gerät nimmt sie Rabbi Meyer auf. Er gibt ihr den Namen Chava, das heißt Leben und lehrt sie die Wünsche und Gedanken der Anderen zu ignorieren. So versucht Chava ein einigermaßen normales Leben zu führen. Mit einer Arbeit und einer kleinen Wohnung. Da ein Golem aber nicht schläft, werden die Nächte lang. Die Untätigkeit - ein Golem arbeitet hart und viel - macht sie verrückt. Das ändert sich als sie dem Dschinn begegnet. Dem Flaschengeist, ein Wesen, das alles glänzende, goldene und die Freiheit liebt, aber auch die Einsamkeit. Seit Jahrhunderten eingeschlossen findet er in New York seine Freiheit, allerdings im Körper eines Menschen. Ein Kupferschmied befreite ihn, nimmt ihn bei sich auf und gibt ihm Arbeit. Er nennt ihn Ahmad. Die Fähigkeiten eines Dschinns hat er fast alle verloren, bis auf das Arbeiten mit Metall, das er nach Belieben formen kann. Auch er passt sich an, fühlt sich aber eingeengt und genauso unwohl wie Chava. Auch er streift nachts durch die Stadt auf der der Suche nach neuem. Die Menschen faszinieren ihn, er kann sie nur nicht verstehen. So begegnet er einer seltsamen Frau, die genauso anders ist wie er. Beide erkennen sofort, der Andere ist gefährlich, er kann merken, dass ich anders bin, dass kein Mensch hinter mir steht. Chava kann man als selbstlos beschreiben, ihn als egoistisch – böse ist er jedoch nicht, auch er schließt Freundschaften und mit Absicht verletzt er eigentlich keinen (nur aus Gedankenlosigkeit). Seine Gedanken sind eben einfach anders – und über Gott sollte man mit ihm definitiv nicht diskutieren. Ahmad und Chava werden trotz ihrer Unterschiede Freunde, sie sind Seelenverwandte mit einer mystischen Verbindung. Sie mögen mythologische Figuren sein, gleichzeitig sind sie aber sehr reale Spiegelbilder von Menschen in der Fremde.

Ein fantastisches Märchen? Nicht wirklich. Das New York der damaligen Zeit war der zentrale Punkt für Einwanderer jeglicher Herkunft, ein Schmelztiegel. Wunderbar in Szene gesetzt und bildhaft beschrieben. Nur die Figuren Golem und Dschinn sind fantastisch bzw. mystisch. Sie stehen als Parabel für Völkerverständigung, offen sein für Neues, von fremden Kulturen lernen und der Möglichkeit, sich in einer fremden Welt zu recht zu finden und zu überleben. Ohne sich selbst und das kulturelle Erbe aufzugeben.

Ein schönes, grandioses Buch, das mich mitgenommen hat von der ersten bis zur letzten Seite. Es hat mir einige schöne Stunden beschert hat und ich war traurig, als es zu Ende war.

Hoffmann und Campe Verlag – gebunden - 624 Seiten- Preis 24,99 € - ISBN 978-3-455-40367-1

 

 

John Boyne, Der freundliche Mr Crippen

 

Ein frühes, aber für uns deutschen Leser, neues Werk: Mal wieder widmet sich Boyne einem historischen Stoff. Im Juli 1910 sticht die SS Montrose von Antwerpen aus nach Kanada in See. An Bord dieses Schiffes, befinden sich einige eigenwillige Passagiere: die redselige Dame aus der Upperclass, Mrs Antoinette Drake, die 17-jährige Victoria, die nur Männer in Kopf hat und der überaus liebenswürdige Amerikaner John Robinson mit seinem ebenfalls 17-jährigen Sohn, dem es schwerfällt seinen Vater "Vater" zu nennen. Parallel sucht Scotland Yard den Mörder von Cora Crippen, die tot und zerstückelt in ihrem Haus aufgefunden wurde. Von ihrem Gatten gibt es keine Spur. Und erst Coras "Freundinnen" hatten die Polizei auf die Idee gebracht nach Cora zu suchen. Boynes sorgfältige und detailreiche Beschreibung der Atmosphäre und Personen, das Standesdenken mit seinen Unfreiheiten, aber auch der Lebenswillen mancher Menschen zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, sind wunderbar dargestellt; z.T. schwarzhumorig, aber flüssig und differenziert. Ein kurzweiliges und unterhaltsames Buch, mit einem authentischen Kriminalfall als Grundlage.

 

Arche Verlag - gebunden - 560 Seiten - Preis: 22,95 € - ISBN 978-3-7160-2700-4

 

 

 

 

 

 



























zurück