Warning: mysql_fetch_assoc(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 796

Warning: mysql_free_result(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 823

Warning: mysql_fetch_assoc(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 796

Warning: mysql_free_result(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php on line 823

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/t3lib/class.t3lib_db.php:796) in /var/lib/typo3/typo3_src-4.1/typo3/sysext/cms/tslib/class.tslib_fe.php on line 2898
Buchhandlung am Sand - Buchtipps
Lesezeit
Lieblingsbücher - vorgestellt von Katrin Gesterding

Selja Ahava, „Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“

Anna ist Alzheimer-Patientin in einem Pflegeheim; ihr Leben erscheint ihr wie ein Flickenteppich. Ihre Gedanken gehen immer wieder zurück zu einer Zeit, die sie auf ihrer Insel in den Schären verbracht hat, einer Zeit, in der sie glücklich war. Vielleicht war das der Anfang für ihre Erkrankung.

Ahava erzählt aus Annas Perspektive von Augenblicken und Episoden aus deren Leben. Es sind einzelne, nicht chronologische, Bruchstücke, die zunächst noch in längeren zusammenhängenden Phasen geschildert werden. Doch nach einem Schicksalsschlag wird alles sprunghaft sowie Anna auch, die immer ruheloser wird, je mehr die Krankheit fortschreitet. Mit dem Fortschreiten der Krankheit haben auch wir Leser Mühe den Überblick zu behalten. Wir sind beinahe genauso verwirrt und orientierungslos wie Anna und erleben so diesen langsamen Prozess des Vergessens mit ihr zusammen.

Ahava erzählt ungemein einfühlsam über das langsame Verschwinden des eigenen Ichs. Wie „Bilder, die aus Halterungen springen“ und immer kleiner werdenden Erinnerungen. Zeitliche Abläufe geraten durcheinander und werden unwichtig.

In einer Rezension las ich: „Die einzelnen Szenen sind geradezu bildlich vorstellbar, wie mit einer Kamera eingefangen.
Dieser Eindruck wird durch die schlichte, aber sehr schöne, bildhafte Sprache der Autorin hervorgerufen, eine Sprache, die zu Annas Wesen passt. Sie geht sorgsam mit Worten um, trifft stets das Wesentliche und berührt den Leser.“
Und dem kann ich nur zustimmen. Es ist keine leichte Lektüre, keine Lebensgeschichte auf dem Silbertablett. Aber, wer ein Gefühl für andere Menschen und deren gelebtes Leben und dessen Erinnern bekommen möchte, für den ist es eine lesenswerte Lektüre. Klein aber fein!

Es geht nicht nur um Demenz, sondern auch um das Leben nach einem Schock (wie z.B. der Unfall, der kurz erwähnt wird), um unverarbeitete Trauer etc. Wir bekommen auch ein wenig mehr Verständnis für Alzheimer-Patienten, vergessliche Omas und Opas und vielleicht für die hilflose und verwahrloste Person auf der Straße. Das Büchlein ist verwirrend wie Anna, aber auch poetisch und klar in seiner Sprache. Und nehmen sie sich Zeit dafür - es lohnt sich!

Mare Verlag – gebunden - 224 Seiten – Preis: 20 € - ISBN: 978-3-86648-182-4

Katja Altenhoven, „Willkommen Zuhause“

Renée ist 45 Jahre alt, als ihr Mann tödlich verunglückt. Sie trauert um Martin, aber gleichzeitig muss geklärt werden, was aus ihrer riesigen Altbauwohnung (300 Quadratmeter) werden soll. Selbst wenn Renée keine Hypothek mehr abzuzahlen hätte, müssen die Nebenkosten aufgebracht werden. Sie sieht sich vor der Situation, gehen oder bleiben. Als Lösung bietet sich ein Wohnprojekt an. Vielleicht kommt ja auch der ein oder andere Freund als Mitbewohner in Frage?!

Da sind zum Beispiel Michael, Renées Freund aus Kindertagen und heute ihr Hausarzt, Judith und Frank, beide mit DDR-Sandmännchen-Sozialisation, die „Rote Anne“, sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete und ihr Mann Pavel, der Leiter einer Pflegeeinrichtung ist und in der Midlife-Crisis steckt. Sie alle zeigen Interesse an der Idee. Konfliktstoff, um das Projekt platzen zu lassen, bringt jedoch jeder von ihnen reichlich mit. Deshalb mieten sie für zwei Wochen ein Haus in der Uckermark und wohnen schon mal auf Probe zusammen.

Wird Renée den lesenden Zyniker Michael weiter als Hausarzt haben wollen, wenn er ihr täglich in der WG begegnet? Wird Annes und Pavels Beziehung der Belastung durch ihr Bundestagsmandat standhalten? Werden Anne und Renée, die beruflich zusammenarbeiten, Privates und Politisches trennen können? ...  Schließlich taucht Martins alter Freund Wille auf. Auch er hat Interesse an dem Wohnprojekt und eine ganz andere Sicht auf die Zukunft der Gemeinschaft.

Sie versuchen alles zu bedenken, aber es lässt sich nicht alles planen, denn das Leben schreibt seine eigenen Geschichten.

Katja Altenhovens Figuren arbeiten in medizinischen, sozialen und Dienstleistungsberufen. Ihre alterstypische Erschöpfung und Ernüchterung im Beruf prägen natürlich ihr privates Zusammenleben, machen es aber auch interessant, für uns Leser. Von jedem Bewohner lesen wir seine Sicht der Dinge, das macht die Lektüre abwechslungsreich und unterhaltsam und an keiner Stelle flach.

Warmherzig und aus dem vollen Leben. Es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, es gibt nochmal Anregungen für ein neues Miteinander-Wohnen–Projekt. Wir Leser leben eine Zeitlang mit ihnen. Willkommen zuhause...

Bloomsbury Verlag – gebunden - 336 Seiten – Preis: 19,99 € - ISBN: 978-3-8270-1189-3

Hape Kerkeling, „Der Junge muss an die frische Luft“

Sein neues Buch beginnt am 11.11.2011, dem Abend der Vorpremiere seines Musicals „Kein Pardon“ im Capitol in Düsseldorf. Bevor es los geht, spielt er auf Wunsch eines todkrankes Kindes noch einmal den Horst Schlämmer. Die Begegnung ist so beeindruckend für Hape, dass er danach beschließt „das war Horst letzter und vielleicht sein wichtigster Auftritt“ und „vielleicht muss ich doch irgendwann einmal die Ereignisse meiner Kindheit mutig Revue passieren lassen?“

So lädt er uns ein auf eine Reise durch seine Memoiren. Über Düsseldorf, Mosambik, den heiligen Gärten von Gethsemane und einem unvergesslichem Treffen mit dem Dalai Lama - aber vor allem die Orte seiner Kindheit im Ruhrpott, die ländliche Vorstadtidylle von Recklinghausen und der Bergarbeitersiedlung Herten-Scherlebeck. Kerkeling erzählt von seinen prägenden Erfahrungen und warum es in Fünfzig Lebensjahren mehr als einmal eine schützende Hand brauchte.

Hape schreibt humorvoll und sympathisch wie eh und je, tiefgründig und positiv, durch und durch menschlich, authentisch und ohne Starallüren. Er weiß, rückblickend, um sein Glück, die richtigen Menschen zur richtigen Zeit um sich gehabt zu haben. Er ist dankbar dafür, trotz des dramatischen und frühen Todes seiner Mutter. Ein Buch, das ich ins Herz geschlossen habe und das ich immer wieder in die Hand nehmen werde, um darin zu lesen. Fünf Sterne plus.

Piper Verlag – gebunden - 320 Seiten – Preis:19,99 € - ISBN: 978-3-492-05700-4

Tasmina Perry, „Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht“

..nicht nur zur Weihnachtszeit eine schöne Unterhaltung

Amy ist Ende 20, Amerikanerin aus New York und lebt in London. Von Beruf ist sie ausgebildete Tänzerin, allerdings lässt der ersehnte Durchbruch auf sich warten und sie arbeitet als Kellnerin in einem Cafe. Ihr ehrgeiziger Freund, aus der „besseren Gesellschaft“, hat ihr nicht den ersehnten Heiratsantrag gemacht und nun wird sie wohl die anstehenden Feiertage alleine verbringen müssen. Als sie bei ihrer Freundin Annie übernachtet und nicht schlafen kann, schnappt sie sich eine der herumliegenden Zeitschriften. Wie der Zufall so spielt, stolpert Amy über ein Stellenangebot: „Ältere Dame sucht nette Begleitperson für Abenteuer in Manhattan. Reisezeit 22. bis 26. Dezember. Flug und Hotelkosten in New York werde übernommen.“ Sofort schickt sie eine Mail an die Zeitschrift. Das wäre ihre Rettung für die Feiertage. Amy bekommt eine Antwort und trifft sich mit Georgia Hamilton. Die beiden Frauen sind so unterschiedlich und sich doch so sympathisch. Georgia ist Anfang 70 und hat jahrzehntelang ein führendes Verlagshaus in London geleitet und ist in ihren Kreisen eine Legende. Die beiden kommen ins Gespräch und Amy erfährt von Georgia, dass diese als junge Frau in einem Mädchenpensionat war und 1958 zu den letzten Debütantinnen in London gehörte. Die alte Dame erklärt ihr erst einmal, was es heißt Debütantin zu sein. Und so erfährt unsere junge Tänzerin eine Menge über Wein, Kleidung, wie esse ich was und über das Benehmen im Umgang mit der „besseren Gesellschaft“. Natürlich fahren beide zusammen nach New York. (Das erinnert uns schon ein wenig an Richard Gere und Julia Roberts)

Parallel zur Gegenwart wird aus dem Jahr 1958, in dem Georgia debütierte, erzählt. Obwohl sie nicht zur „guten Gesellschaft“ gehörte und sich angepasst verhalten hat, lernte sie in jenem Jahr ihre große Liebe kennen, aus besagter Gesellschaft..

Aber warum heirateten die beiden nicht und wieso hat Georgia keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie und ist „gezwungen“ Weihnachten zu verreisen?

Was passiert mit Amy und ihrer großen Liebe? Was lernt sie von der älteren Freundin und diese vielleicht auch von ihr? Kann Amy ihrer neuen Freundin helfen, wieder Kontakt zur Familie zu finden?

Eine hinreißende Freundschafts- und Liebesgeschichte, mit vielen guten „Nebenrollen“. Der Roman erinnert, wie schon gesagt, ein wenig an „Pretty Woman“ und tut einfach gut. Jedem zu empfehlen, der dem grauen Alltag entfliehen möchte, etwas für die Weihnachtsfeiertage sucht oder zwischen den Jahren, zur Entspannung, lesen möchte.

Man muss sich auch was gönnen können….

In diesem Sinne: gute Unterhaltung!

Bloomsbury Verlag – Klappenbroschur - 432 Seiten – Preis: 14,99 € - ISBN: 978-3-8270-1241-8

 

































zurück