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Buchhandlung am Sand - Buchtipps
Lesezeit Teil 1 - Margret Kroll

Margret Kroll entdeckte in der Flut der Neuerscheinungen:

Isabel Allende, "Der japanische Liebhaber"

Diesmal hat Allende einen Roman ohne lateinamerikanischen Bezug geschrieben. Ihr aktuelles Buch spielt nämlich in Kalifornien. Es gibt zwei wichtige Frauen, die die Hauptrollen spielen:
Irina, eine junge Moldawierin, die eine Anstellung in einer Seniorenresidenz 'Lark House' antritt und dort als Betreuerin arbeitet. Es ist eine Residenz, in welcher gut betuchte Künstler und Alt- Hippies ihren Lebensabend verbringen. Es weht eher ein Geruch von Gras als von Bettpfannen durch die Flure.

Zu den Bewohnern gehört auch Alma Belasco, eine 80 jährige Dame, die sehr zurückgezogen lebt, aber immer wieder den Kontakt zu Irina sucht und sie bittet ihre private Assistentin zu werden. Sie soll sich um Almas Korrespondenz und andere Dinge kümmern. Zwischen den beiden entwickelt sich so etwas wie eine zarte Freundschaft. Alma ist meist sehr barsch zu anderen, nur wenn sie einen ihrer geheimnisvollen Briefe bekommt, wandelt sich ihre Stimmung. Alle vier Wochen verreist sie mit kleinem Koffer und Neglige. Welcher Mann verbirgt sich dahinter?
Beide Frauen haben in ihrer Vergangenheit viel erlebt. Allende erzählt ihre Geschichten in Rückblenden. Auch wenn Allende da vielleicht ein paar Problematiken zu viel reingepackt hat, mag ich es trotzdem. Ich finde Allende ist eine wunderbare Erzählerin.

In einem Interview mit Volker Weidemann fragte sie ihn: „Glauben Sie nicht,
dass ein Mensch mit 80 sich immer noch nach Liebe und Zärtlichkeit
sehnt?“ Mir ist Alma Belasco mit ihrer Lebensgeschichte ans Herz gewachsen und ich empfehle den Roman weiter.

LESEPROBE

Suhrkamp Verlag - gebunden - 335 Seiten - Preis: 21,90 € - ISBN 978-3-518-42496-4

 

Die Schweigsamkeit der Soldatenväter

Ralph Rothmann, "Im Frühling sterben"

In seinem neuen Roman widmet sich Rothmann einem Thema, das viele aus der Nachkriegsgeneration kennen: dem Schweigen der Soldatenväter über ihre Rolle im Krieg, ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Der Vater des Erzählers, Walter Urban, lebt und arbeitet als Melker in
Schleswig Holstein auf einem Gutshof. Im letzten Kriegsjahr, Frühjahr 1945, wird er zusammen mit seinem Freund Fiete von der Waffen SS auf einer
Tanzveranstaltung zwangsrekrutiert. Während der eine nach kurzer Ausbildung als Fahrer für die Versorgungseinheit der Waffen SS unterwegs ist, wird der andere direkt an die Front geschickt. Sie treffen sich wieder als Fiete von der
Front desertiert ist. Er wurde gefasst und ist zum Tode verurteilt. Auf Fahnenflucht steht die Todesstrafe und Walter wird für das Erschießungskommando eingeteilt.
Über diese und andere Kriegserlebnisse hat der Vater, wie
viele andere seiner Generation nicht gesprochen.

In eindringlichen Bildern erzählt Rothmann von den letzten Kriegsmonaten im Frühjahr 1945. Es ist ein zum Teil beklemmender Roman. Ein Buch, das mich an „Im Westen nicht Neues" und „Die Brücke" denken ließ. Es ist aber auch ein Buch über Väter und Söhne und 70 Jahre nach Kriegsende so aktuell wie nie, um zu verstehen, wie die Erlebnisse in den nächsten Generationen weiterwirken.

LESEPROBE

Suhrkamp Verlag - gebunden - Preis: 19,95 € - ISBN 978-3-518-42475-9

 

Sind Western noch zeitgemäß? Ja!!!

Michael Punke, "Der Totgeglaubte"

Von mir gibt es zu diesem Buch ein eindeutiges Ja und ich empfehle es nicht nur den „Lederstrumpflesern“, sondern allen, die gut recherchierte Abenteuerromane lieben. Der vorliegende Roman beruht auf einer historisch belegten Geschichte in den Jahren 1823-1824 im mittleren Westen (South Dakota). Hauptprotagonist ist Hugh Glass - ein Mann, der das Abenteur sucht. Er hat bei der Rocky Mountain Fur Company als Pelztierjäger angeheuert. Gemeinsam mit weiteren Jägern und Soldaten zieht er durch die Prärie, durch das Land, das zu der Zeit noch den Arikari Indianer gehört, fernab jeder Zivilisation. Bei einem Wachgang am Grand River wird Glass von einem Grizzly angefallen und lebensgefährlich verletzt. Der Captain der Truppe zieht weiter und läßt Glass mit zwei Trappern zurück, die, sobald Glass transportfähig ist, nachkommen sollen. Als sie Indianer in der Nähe des Lagers sichten, nehmen sie Glass Gewehr, Messer und Ausrüstung ab und lassen ihn neben dem ausgehobenen Grab zurück. Wie Glass mit diesen schweren Verletzungen überlebt, ob er Rache nimmt und wie sein weiteres Leben verläuft, das schildert uns der Autor in einer fesselnden bildhaften Sprache. Er gibt uns Einblicke in die frühe amerikanische Siedlungsgeschichte. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, welche Rolle die Pelztierjäger für die Kartierungen spielten. Es gibt auch nicht die oft missliche Darstellung guter Trapper - böser Indianer. Michael Punke ist Anwalt für internationales Handelsrecht und zur Zeit US Botschafter bei der WTO in Genf und hat einen Lehrauftrag an der Uni Montana.

LESEPROBE

Malik Verlag - gebunden -  320 Seiten - Preis: 20 € - ISBN 978-3-89029-768-2

 

Jürgen Thomas Ernst, "Vor hundert Jahren und einem Sommer"

Schon der Titel sagt zu welchem Zeitpunkt der Roman spielt. Ist es überhaupt ein Roman oder eine lang erzählte Geschichte? Es ist schon fast märchenhaft. Es gibt kaum Namen oder direkte Ortsangaben - keine weiteren Zeitangaben. Wörtliche Rede gibt es nicht, höchstens als kurze kursive Satzeinwürfe. Dafür gibt es ausführliche detaillierte Beschreibungen der Personen, Orte, Handlungen und der Natur. Natürlich gibt es zwei Hauptpersonen: Annemie und Jonathan, die namentlich genannt werden. Beide werden in einem kleinen Ort bei 'Zieheltern' aufwachsen. Es ist eine Lebensgeschichte, die es in sich hat. Wir Leser dürfen sie auf ihrem Lebensweg begleiten, der von Trennungen, Arbeit, einem Krieg und Wiedertreffen erzählt. 

Ein ungewöhnlicher, poetischer Zeitroman, der uns eine Geschichte voller Überraschungen erzählt und von der Kraft und dem Mut Dinge zu verändern, auch unter widrigsten Umständen. Für mich eine rundum gelungene Lebensgeschichte.

Braumüller Verlag - gebunden - 447 Seiten - Preis: 23,90 € - ISBN 978-3-99200-139-2  



























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