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Buchhandlung am Sand - Buchtipps
Lesezeit Teil 2 - Katja Cebulla und Sarah Wald

Katja Cebulla schwärmt von:

Eine Frau, ein Vogel, eine Leidenschaft

Helen Macdonald, "H wie Habicht"

Dieses Buch ist wundervoll! Schon das Cover finde ich so besonders schön, aber der Inhalt hat mich absolut berührt und mitgerissen, und das auch ohne besondere ornithologische Vorkenntnisse.

Das Buch ist autobiographisch und handelt von der Zeit, in der die, in Cambridge lebende Historikerin Helen Macdonald, sehr unter dem Tod ihres Vaters litt. Sie kam einfach nicht zurecht und beschloss ihren lang gehegten Traum, einen Habicht großzuziehen, wahr werden zu lassen.

Sie bekommt Mabel, ein junges Habichtmädchen und wird zur Einsiedlerin, die sich hauptsächlich mit dem „Abtragen“ des Habichts beschäftigt und darin ganz und gar auf geht.

Und der Leser wird Zeuge, von Helens inniger Hingabe und Begeisterung, ihrer Liebe und Verzweiflung. Man fliegt mit der stürmischen Mabel an Helens Leine, man fühlt die angenehm weiche englische Landschaft, man fiebert mit, ob der Vogel zurück auf die Hand kommt, man liest interessiert die Exkurse in das Werk T.H. White, eines Autors, der seinerseits ein Buch über eine Habichterziehung verfasst hat. Alles ist unglaublich lebendig und zutiefst emotional beschrieben. Und obwohl es sich ja rein technisch gesehen um ein Sachbuch handelt, ist die Sprache glänzend und besonders ausgefeilt.

Ich wünsche ganz viel Genuss beim Lesen und beim Fühlen des Windes zwischen den Federn!

LESEPROBE

Allegria Verlag - gebunden - 412 Seiten - Preis: 20 € - ISBN: 978-3-7934-2298-3

 

Hach, so schön englisch

Jane Gardam, "Ein untadeliger Mann"

In England ist Jane Gardam eine bekannte Schriftstellerin, sie hat über 30 Romane verfasst. Sie ist auch mit 87 nicht mehr ganz jugendlich, es ist also schon ein Rätsel, warum dies der erste ins Deutsche übertragene Roman von ihr ist. Aber gut, schön, dass er da ist und mit Sicherheit kommt da noch mehr nach, wo man jetzt erst mal auf den Geschmack von Jane Gardams schöner angenehmer Sprache gekommen ist.

In dem Buch „Ein untadeliger Mann“ wird auf verschiedenen Zeitebenen das Leben des ehemaligen Kronanwalts Edward Feathers beschrieben.

In Malaysia geboren, mit 4 Jahren vom Vater in eine englische Pflegefamilie gegeben, lebt er nach stürmischen Kriegszeiten, lange erfolgreich und gesellschaftlich angesehen mit seiner Frau Betty in Hongkong. Nach Bettys Tod gerät er ein wenig aus seiner, sonst so gefestigten Bahn und setzt sich ins Auto, um diesem und jenem Rätsel seines Lebens doch noch auf den Grund zu gehen.

Edward Feathers ist ein ganz Großer! Typisch englisch, mit feinem Witz, auch in den schrägsten Situationen Haltung bewahrend. Man begleitet ihn gern auf seinen Lebenswegen, vor allem, weil in solch schöner Sprache von ihm erzählt wird. Toll!

LESEPROBE

Hanser Verlag - gebunden - 348 Seiten - Preis: 22,90 € - ISBN: 978-3-446-24924-0

 

Ein besonderes Buch über eine besondere Frau.

Beryl Markham - eine Frau, die sich über Konventionen hinwegsetzte und unbeirrt ihren Weg ging.

Paula McLain, "Lady Africa"

Dieses Buch entführt uns nach Kenia, die ehemalige Kolonie Britisch-Ostafrika, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die vierjährige Beryl kommt mit  Eltern und Bruder nach Kenia, da der Vater, ein englischer Lord, dort Pferde züchten und für Rennen trainieren möchte. Beryls Mutter missbehagt das afrikanische Klima und bald schon verlässt sie mit dem ewig kränkelnden Bruder die Familie und geht nach England zurück. Beryl bleibt mit ihrem Vater in Kenia, wo sie wild und frei in Harmonie mit der Natur und den umliegenden Stammesvölkern aufwächst. Die Idylle bricht entzwei, als der Vater seine Farm verkaufen muss, da die Geschäfte schlecht laufen und Beryl, nur 18jährig, überstürzt ihren neuen Nachbarn heiratet, um in Kenia bleiben zu können und nicht mit dem Vater nach Südafrika gehen zu müssen. Die Ehe scheitert.

Doch Beryl bleibt ihrem wilden Naturell treu, sie widersetzt sich erfolgreich den Konventionen, wird Afrikas erste weibliche Pferdetrainerin, geht viele Beziehungen ein, die früher oder später scheitern, sie lernt fliegen (angeregt von Denys Fynch Hatton, den sie kennen und lieben lernt, jaja, man sieht die ganze Zeit beim Lesen das Gesicht Robert Redfords vor sich...) arbeitet als Buschpilotin und überquert 1936 als erster Mensch in Ost-West-Richtung von England aus den Atlantik.

Ein angenehm lesbares, interessantes Buch!

Nach „Madame Hemingway“ hat Paula MacLain wieder einen gelungenen Roman über ein ungewöhnliches Frauenleben geschrieben. Sehr empfehlenswert! Auch besonders jetzt, während der  kalten Jahreszeit...

LESEPROBE

Aufbau Verlag - gebunden - 457 Seiten - Preis: 19,95 € - ISBN: 978-3-351-03619-5

Sarah Wald ist begeistert von:

Eine wahre Heldin..

Alina Bronsky, "Baba Dunjas letzte Liebe"

Baba Dunja ist keine 82 Jahre mehr, und doch oder gerade deswegen schert sie sich nicht um die Ratschläge und Sorgen anderer und zieht in ihr Heimatdorf in die Nähe von Tschernobyl zurück. Dort lebt sie ein Leben, wie sie es sich immer gewünscht hat: Selbstbestimmt und frei von irgendwelchen Vorschriften. Sie konnte ihr altes Haus, in welchem sie vor dem Reaktorunglück mit ihrem Mann und den beiden Kindern lebte, wieder beziehen, hat ihren Gemüsegarten wieder auf Vordermann gebracht und kann sich damit zum Großteil versorgen. Mittlerweile sind noch einige Dorfbewohner hinzugekommen. Alles ältere oder kranke Menschen, die keine Angst haben vor der Strahlung, da sie sowieso nicht mehr viel vom Leben erwarten.

Zusammen haben sie eine kleine Dorfgemeinschaft, tauschen Nahrungsmittel und Gespräche miteinander und bringen den anderen die Post mit, wenn einer sich auf den langen Weg Richtung nächster Stadt macht. Baba Dunja ist, als erste Bewohnerin, zu einer Art Bürgermeisterin erkoren. Einzige Abwechslung sind die unregelmäßigen Besuche von Journalisten, Biologen, die die verstrahlte Natur untersuchen oder Krankenschwestern, die Blutwerte kontrollieren und Jodtabletten verschreiben und die Briefe und Pakete, welche Baba Dunja von ihrer Tochter aus Deutschland bekommt. Das alles ändert sich, als ein Mann zusammen mit seiner kleinen, gesunden (!) Tochter in das Dorf kommt und eine Unterkunft sucht....

'Baba Dunjas letzte Liebe' ist ein feines kleines Buch über eine richtige Heldin. Selbstbestimmt und pragmatisch und ohne falsche Sentimentalitäten kümmert sich Baba Dunja um ihre Mitmenschen und lebt die, für sie einzig richtige Art und Weise in ihrer alten Heimat. 

LESEPROBE

Kiepenheuer & Witsch - gebunden - 160 Seiten - Preis: 16 € - ISBN: 978-3-462-04802-5

 

düster und geheimnisvoll

Katharina Hartwell, "Der Dieb in der Nacht"

Mit 19 Jahren verschwand Felix plötzlich in den Sommerferien und ließ seine Mutter Agnes, seine Schwester Louise und seinen besten Freund Paul ratlos und voller Sorge im Sommerhaus in Dornheim zurück. Niemand konnte je klären, ob sein Verschwinden freiwillig war, oder ob er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, ob er noch lebt oder längst verstorben ist.

Zehn Jahre später sitzt Paul in Prag in einer Bar und traut seinen Augen nicht, als er in einer Ecke Felix zu erkennen glaubt. Obwohl der fremde Mann äußerlich nicht viel Ähnlichkeit mit Felix aufweist, sind es sein Blick, seine Bewegungen und ein Muttermal am Handgelenk, die Paul so bekannt vorkommen, so dass er den Mann anspricht. Ira Blixen, wie er sich nennt, lebt seit mehreren Jahren in Prag und bestreitet, etwas mit Felix gemein zu haben. Bei einem späteren Treffen jedoch, erzählt er Paul, dass er sich an die ersten zwanzig Jahre seines Lebens nicht erinnern kann und vor zehn Jahren in Prag mit Gedächtnisverlust aus dem Fluss gezogen wurde.

Und obwohl Blixen sich weigert seine Vergangenheit und seine Identität zu suchen, steht er doch kurze Zeit später vor Pauls Wohnungstür in Deutschland und zieht vorübergehend bei ihm ein und trifft auch auf Louise Felix‘ Schwester.

Für Louise und Paul beginnen ein Rätselspiel und ein Buhlen um die Aufmerksamkeit von Blixen. Denn obwohl dieser Felix vor allem charakterlich überhaupt nicht ähnlich zu sein scheint und er scheinbar keinerlei Erinnerungen an seine Schwester und seine Mutter hat, macht er doch immer wieder Bemerkungen, die eine Verbindung zu Felix unterstützen. So weiß er Dinge von Louise und Paul, die ein Fremder eigentlich nicht wissen kann.

Paul und Louise geraten völlig in seinen Bann und begreifen erst ziemlich spät, was Blixen eigentlich mit ihnen anstellt.

Mit ‚Der Dieb in der Nacht‘ ist der jungen Autorin ein wunderbar spannender und psychologischer Roman gelungen, der mich schon nach den ersten Seiten völlig in seinen Bann gezogen hatte und den Leser tief in die Psyche der beteiligten Personen blicken lässt.

LESEPROBE

Berlin Verlag – gebunden – 319 Seiten – Preis: 20 € - ISBN: 978-3-8270-1279-1

































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