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Buchhandlung am Sand - Buchtipps
Das Beste zum Feste von
Margret Kroll

Henning Mankell, "Die schwedischen Gummistiefel"

Mankells letzter Roman ist eine Fortsetzung des 2007 erschienenen Romans "Die italienischen Schuhe". Für das Verständnis dieses Romans ist es aber nicht notwendig den ersten Teil gelesen zu haben. Fredrik Welin ist als Chirurg ein Kunstfehler unterlaufen, seitdem lebt er zurückgezogen allein auf einer einsamen Insel in den schwedischen Schären. Er wohnt in dem Haus seiner Vorfahren, unten am Ufer steht ein Bootshaus, es gibt noch einen alten Wohnwagen seiner Tochter, viel Natur und Wasser rundum. Der Sommer ist vorbei und in den Schären wird es ruhig - Urlauber und Sommergäste sind abgereist. Wie in vielen ländlichen Gebieten findet man in den kleinen Häfen ab Herbst nur noch wenig junge Gesichter. Eines Nachts wacht Fredrik von lautem Prasseln auf: sein Haus brennt. Zwar kann er sich retten, jedoch bleiben ihm nur noch zwei linke Gummistiefel und die qualmenden Überreste seines Hauses. Anfangs muss er sich den Verdächtigungen der Polizei widersetzen, aber nach einem weiteren Brand zahlt die Versicherung. Zu den Personen, die in seinem Leben eine Rolle spielen gehört seine Tochter Louise, die in Paris lebt, Jansson, der Mann der alle Schärenbewohner mit Post und Informationen versorgt und eine Journalistin, die über die Brände berichtet. Mankell verwebt diese Personen in einen Handlungsstrang, über das, was wichtig ist im Leben: das Alter, die Einsamkeit, späte Liebe. Aber es wäre kein Mankell, wenn nicht auch politische Aspekte eingestreut wären. Ein letzter guter Mankell, der von ihm geschrieben wurde, als er von seiner Krebsdiagnose wusste. Daher ergeben die letzten beiden Sätze im Roman einen besonderen Sinn: "Bald würde der Herbst kommen. Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr."

Zurück bleiben wir Leser und jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm wirklich wichtig ist im Leben.

Zsolnay Verlag - gebunden - 475 Seiten - Preis: 26 € - ISBN: 9783-552-05795-1

 

Jan Philipp Sendker, "Am anderen Ende der Nacht"

Jan Philipp Sendker ist vielen von ihnen durch das wunderschöne Buch "Herzenhören", der bewegenden Geschichte aus Myanmar, bekannt. Herr Sendker ist jahrelang als Journalist in Amerika und Asien unterwegs gewesen und hat sich jetzt ganz der Literatur verschrieben. Seine Faszination für Asien ist ihm geblieben. Weniger bekannt sind seine China-Romane: 2007 „Das Flüstern der Schatten“ – 2009 „Drachenspiele“. Jetzt hat Herr Sendker uns den dritten Teil seiner China -Trilogie vorgelegt. Müssen sie die ersten zwei Teile gelesen haben? Nein, -es würde sich lohnen, aber der vorliegende Roman ist in sich abgeschlossen.

In dem Roman geht es um Paul, der aus Deutschland stammt, seine chinesische Frau Christine und ihren entzückenden vierjährigen Sohn. Zu dritt sind sie auf einer Urlaubsreise durch China. Bei einem Zoobesuch treffen sie auf eine Gruppe sehr reicher einflussreicher Männer, deren weibliche Begleitung in Entzücken über Pauls kleinen Sohn gerät. Es werden Fotos gemacht, Paul ist es schon fast unangenehm, er vergisst den Vorfall aber schnell. Wenige Tage später wird Pauls Sohn aus der Hotellobby entführt, das Interesse der Freundin dieser mächtigen Männer scheint eine sofortige Wunscherfüllung zu verlangen. Niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Der Hotelportier bringt ihm das Kind unter Einsatz seines Lebens zurück, aber für Paul und Christine beginn eine Flucht durch China bis zur amerikanischen Botschaft in Peking. Es gibt immer einige wenige Menschen, die ihnen helfen, die sich selbst in Gefahr bringen, denn Korruption und Angst sind weit verbreitet.

Eindrücklich schildert Jan Philipp Sendker in dem Roman wie sich China verändert hat. Er zeigt die große Kluft zwischen Superreich und der immer ärmer werdenden Bevölkerung, die Folgen der stockenden Wirtschaft und der Umweltzerstörung auf. Es wäre aber kein echter Sendker, wenn es nicht um Menschlichkeit; Vertrauen und Liebe gehen würde. Ein starkes Buch über ein Land im Umbruch.

Blessing Verlag - gebunden - 352 Seiten - Preis: 19,99 € - ISBN: 978-3-89667-389-3

 

Bert Wagendorp, "Ventoux"

Ein Freundschafts-, ein Radfahrer-, ein Männerroman? Auch, aber ich bin eine Frau und fahre ein 28 Tourenrad und bin total begeistert. Niederlande, - es ist Anfang der 80er und es geht um die Jungs Bart, André, Joost, David und Peter. Sie kennen sich zum Teil seit dem Kindergarten, gehen auf die gleiche Schule, sind aber sehr unterschiedlich, zum Teil sportbegeistert/ Rennradbegeistert. Joost ist so etwas wie hochbegabt und Peter ist ein Träumer, ein Dichter. Musik spielt, wie bei fast allen Jugendlichen, eine große Rolle. Im Somme gesellt sich zu dieser Truppe, wie sollte es auch anders sein, eine junge Frau -Julia- dazu. Julia fasziniert sie alle. Es gibt aber auch die Begeisterung für den Sport: Die Tour de France, Eddy Merckx, der Mont Ventoux, der Berg der den Großteil des Jahres im Nebel liegt, aber zur Tour de France aus seinem Schattendasein heraus tritt. Nach dem Abitur starten die Freunde zum Mont Ventoux. Joost, Bart und Peter mit dem Rad,- Julia, David und André im Auto hinterher. Gezeltet wird an der Strecke. Nach dieser Tour verändert sich alles. Einer der Freunde kehrt nicht mit zurück und Julia verschwindet spurlos. 30 Jahre später erhalten die Freunde eine Einladung von Julia zum Mont Ventoux. Sie werden alle dieser Einladung mit Fahrrädern folgen und der Leser erfährt was damals am Mont Ventoux geschah. Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und übers Erwachsenwerden. Erfüllen sich alle Wünsche der Freunde, die sie kurz nach dem Abitur hatten oder geht das Leben andere Wege? Ein Buch nicht nur für Männer und Radbegeisterte.

btb Verlag - gebunden - 320 Seiten - Preis: 19,99 € - ISBN: 978-3-442-75475-5

 

Mechthild Borrmann, "Trümmerkind"

Frau Borrmanns Roman liegt eine wahre Begebenheit aus dem Kriegswinter 1946/47 zugrunde. In den Trümmern wurden innerhalb kurzer Zeit vier Leichen gefunden, alle unbekleidet und erdrosselt. Alle vier waren trotz Hungersnot gut genährt und gepflegt, eine der Frauen hatte sogar Nagellack. Trotz intensiver Ermittlungen ist es nie gelungen diesen Kriminalfall zu lösen. Kay Rademacher, der Autor der historische Hamburg Krimis schreibt, hat den Fall im "Trümmermörder" auch schon bearbeitet. Es gibt insgesammt drei Handlungsstränge: Der erste Strang spielt 1947 in Hamburg. Der 13jährige Hanno Dietz ist auf der Suche nach brennbarem Material und Altmetallen. Der Vater ist noch in Kriegsgefangenschaft, die Essensmarken reichen hinten und vorne nicht und er unterstützt die Mutter, wo er nur kann. Sie hat ihm strengstens verboten in Trümmern nach Brennbarem zu suchen, aber er ist der Mann in der Familie und findet dort in den Trümmern nicht nur Holz sondern auch eine weibliche Leiche. In der Nähe trifft er einen kleinen verstörten Jungen. Da es so eisig kalt ist (Im Winter 46/47 hatten wir lange Zeit minus 20 Grad) nimmt er den Jungen mit nach Hause, erzählt aber nicht unter welchen Umständen er ihn gefunden hat. Dieser Junge wird in der Familie aufgenommen und wächst als Joost bei ihnen auf. Er beginnt erst Jahre später zu sprechen. Zweiter Strang: 1945 auf einem Gut in der Uckermarck plant Familie Anquist ihre Flucht vor den sowjetischen Besatzern. Und dann geht es noch um Anna Meerbaum, die 1992 ihre Mutter bedrängt doch nach der Grenzöffnung endlich einmal in die Heimat der Mutter zu fahren.

Diese drei Handlungsstränge verwebt Frau Borrmann zu einem spannenden Zeitdokument der Nachkriegszeit. Es ist ein Buch gegen das Vergessen und es gelingt der Autorin den Einzug der Russen, die Rückkehr der Kriegsgefangenen, den Hunger und aber auch den Erfindungsgeist zu schildern. Ein Buch, was in die Kategorie Historischer Roman wie auch guter Krimi passt. Spannende, gut recherchierte Unterhaltung mit Tiefgang.

Droemer Verlag - gebunden - 304 Seiten - Preis: 19,99 € - ISBN: 978-3-426-28137-6

 

 

Bruce Springsteen, "Born to Run"

Endlich! Im September ist die Autobiographie von Bruce Springsteen, ein Musiker, der mich schon ein Leben lang begleitet, erschienen. Erst eine Woche vor der Lesezeit hatte ich das Leseexemplar in der Hand, 700 Seiten! -  Puuh, wie soll ich das noch schaffen. Es ging, aber so was von flott mit Videos und Musik am Schreibtisch. Im Klappentext steckt schon soviel Appetitmacher drin............Wer ist dieser Mann, der allein in Amerika 60 Millionen Alben verkauft hat?

1949 geboren, in einem Katholischen Elternhaus, Vater irischer, Mutter italienischer Abstammung. Die Familienverhältnisse sind oft schwierig, da der Vater Alkoholprobleme hat und unter Depressionen leidet. In diesem Elternhaus gibt es so gut wie keine Bücher und auch keine musikalische Früherziehung. Das schwierige Vater - Sohn - Verhältnis wird bis ins Erwachsenenalter anhalten. Mit zehn tritt die Musik durch die Lichtgestalt von Elvis ins junge Leben des Bruce. Er nörgelt solange, bis die Mutter ihm die erste Gitarre kauft, die aber sehr schnell in der Ecke landet. Die zweite Erweckung des Künstlers erfolgt durch die Beatles und die Stones, und von da an lässt ihn die Musik nicht mehr los. Man bekommt den Eindruck dieser Mann brennt an zwei Enden. Er schildert uns seinen steinigen Weg allein und mit vielen Wegbegleitern. Bands werden gegründet und trennen sich wieder. Er scharrt eine Reihe von exzellenten Musikern in seiner E- Band um sich und schöpft seine musikalischen Ideen aus Folk, Blues, Country und Rock. Seine Texte sind geprägt von politischen Ereignissen, aber auch Alltagsszenen fließen mit ein. In Amerika ist er auch als "der Boss" bekannt, liebevoll von den Musikern genannt, weil er die Gage anfangs in bar bezahlt hat. Springsteen war 1981 das erste Mal auf Europa Tournee und 1988 hat er vor 160.000 Menschen in Ost Berlin gespielt und Obama hat er im Wahlkampf unterstützt. Ein ganzes Kapitel hat er dem wunderbaren Clarence Clemons, seinem Saxofonspieler gewidmet, der den Springsteen Sound mitgeprägt hat. Einher geht auch das Thema Rassendiskriminierung. Ende der 60er konnte die Band nicht überall mit den zwei farbigen Backgroundsängerinnen auftreten. Eine Fülle von Musikern werden erwähnt, die den Autor beeinflusst haben. Springsteen schildert aber auch, wie ihn der schwarze Hund Depression erwischt. Ein pralles Werk, ein Stück Musikzeitgeschichte. Ich bin total begeistert!

Heyne Verlag - gebunden - 670 Seiten - Preis: 27,99 € - ISBN: 978-3-453-20131-6



































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