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Buchhandlung am Sand - Buchtipps
Lesezeit Frühjahr 2017
Die Highlights von Katja Cebulla

Zsuzsa Bank: Schlafen werden wir später

Juhu, ein neues Buch von Zsuzsa Bank! Hach, was habe ich mich gefreut, da „Die hellen Tage“  ja eins meiner absoluten Lieblingsbücher ist. Und nun also „Schlafen werden wir später“. Den Titel fand ich schon vielversprechend und  ich wurde nicht enttäuscht!

Man taucht völlig ein in die sprachgewaltige Welt von Marta und Johanna, zwei Frauen Anfang vierzig, die seit Kindertagen befreundet sind und sich die allerschönsten, bewegendsten Briefe (eigentlich E-Mails, aber das merkt man nur an der Uhrzeitangabe) schreiben.

Marta ist Schriftstellerin und lebt mit ihrem Mann Simon und drei kleinen Kindern in Frankfurt. Es kriselt in ihrer Ehe, ihr Mann ist beim Theater und bringt wenig Zeit für die Familie auf, so dass Marta um jede Minute ringt, die sie ihrem anstrengenden Alltag abtrotzen kann, um ihren Erzählungsband zu vollenden.

Johanna ist Lehrerin, lebt allein im Schwarzwald, da ihr Partner sie vor kurzem verlassen hat und schreibt an einer Doktorarbeit über Annette von Droste-Hülshoff. Beide Freundinnen können überaus virtuos mit Sprache umgehen. Ihre Briefe, in welchen Sie ihren Alltag, ihren Kummer, all ihre Träume aus dem Jetzt und aus der Vergangenheit besprechen und sich dadurch gegenseitig beistehen, sind stets gespickt mit einer Vielzahl von Zitaten z.B. aus Martas Gedichten oder aus Droste-Hülshoffs Werken. Ein Sprachfeuerwerk! Nach etwa hundert Seiten habe ich mich gefragt, ob mich dieser überbordende Stil im Fortgang der Lektüre (immerhin 688 Seiten) irgendwann nerven wird, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich wurde förmlich hineingezogen in diese wunderbare Freundschaftsgeschichte und es war mir ein absoluter Genuss, Marta und Johanna über dreieinhalb Jahre und viele Höhen und Tiefen zu begleiten.

S. Fischer - gebunden - 688 Seiten - Preis: 24 € - ISBN 978-3-10-005224-7

 

Takis Würger, "Der Club"

„Der Club“ ist der Erstlingsroman des mehrfach ausgezeichneten Journalisten Takis Würger. Würger ist 1985 geboren und berichtete bisher für den Spiegel aus diversen Krisenregionen der Welt. Durch sein Studium in Cambridge wurde er dazu inspiriert einen Roman über einen elitären geheimen Studentenclub zu schreiben.

Die Hauptperson Hans Stichler kommt nach dem frühen Tod seiner Eltern und einer Jugend im Internat, auf Bitten seiner Tante, nach Cambridge. Sie lehrt  an der Universität und bietet Hans an, ihm dort ein Studium  zu ermöglichen, erwartet aber im Gegenzug, seine Mithilfe bei der Aufklärung eines Verbrechens. Hans lässt sich widerwillig darauf ein. Er ist sehr klug und begabt, aber eher ein stiller Einzelgänger, doch seine Leidenschaft und sein Können beim  Boxen bieten ihm die Gelegenheit, in den elitären Pittclub aufgenommen zu werden. Aber dort gibt es noch eine Art „Club im Club“, auch dessen Mitglieder tragen die gestreiften Fliegen, ihre jedoch verziert mit einem kleinen Schmetterling. Und hier stößt Hans auf Spuren des Verbrechens, das er für seine Tante aufklären soll. Hans lernt Charlotte kennen, mit der irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Er verliebt sich, befreundet sich mehr oder weniger mit den snobistischen Clubmitgliedern, unter anderem auch mit Charlottes Vater und kommt dem Verbrechen nach und nach auf die Spur. Nun muss er sich entscheiden…

Das Buch ist ein mit Krimielementen versetzter Entwicklungsroman und eine Liebesgeschichte. Das Erzähltempo ist hoch und die Handlung spannend. Zusammen mit Hans besonderer Gefühlswelt und dem sehr interessanten Einblick in die inneren Kreise des „alten England“ macht das ein tolles Buch, das man fast in einem Rutsch durchlesen möchte: Empfehlenswert!

Kein & Aber - gebunden - 240 Seiten - Preis: 22 € - ISBN: 978-3-0369-5753-1

 

 

Olga Grjasnowa, "Gott ist nicht schüchtern"

Olga Grjasnowa wurde 2012 mit ihrem Debütroman „Der Russe ist einer der Birken liebt“ von der Presse gefeiert. Nun hat sie ein neues Buch vorgelegt, das mit Sicherheit ebenfalls einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Es handelt vom lose miteinander verknüpften Schicksal zweier Syrer, die aufgrund des Bürgerkrieges vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.

Eine Flüchtlingsgeschichte, die 2011 in Syrien beginnt. Die Geschichte von  Amal und Hammoudi. Amal, die Schauspiel studiert und es durch eine Telenovela zu gewisser Bekanntheit gebracht hat und Hammoudi, der sein Medizinstudium erfolgreich in Paris abgeschlossen hat und dem dort eine gute Stelle als plastischer Chirurg winkt.

 

Amal demonstriert hoffnungsvoll gegen das Assad-Regime und gerät dadurch in den Blick des Geheimdienstes. Nach Überwachung und Folter flüchtet sie zunächst in den Libanon und danach unter grauenvollen Umständen über die Türkei, das Mittelmeer und Italien nach Berlin.

Hammoudi befindet sich überhaupt nur in Syrien, um für seine neue Anstellung in Paris, seinen Pass verlängern zu lassen. Doch das wird ihm nicht gestattet, er muss in Deir az-Zour bleiben und operiert schließlich wochenlang ununterbrochen in einem Untergrundlazarett. Über kurz oder lang muss auch er das Land verlassen, wählt jedoch die Route über Griechenland und landet schließlich auch in Berlin.

„Gott ist nicht schüchtern“ hat mich tief beeindruckt. Beim Lesen wird ein interessanter Einblick in die syrische Konfliktsituation ermöglicht. Das Buch vermittelt einerseits ein Gefühl für die bedrohliche Machtlage, lässt aber auch begreifen, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht so klar gezogen sind, wie man es gelegentlich denken könnte. Das Buch ist keine leichte Kost, manchmal ist es sogar recht schwer erträglich, aber es zeigt, wie schnell es passieren kann, alles zu verlieren und sich plötzlich in einer niemals erwarteten Situationen zu befinden. Ein schmerzliches, aktuelles Buch, dessen Lektüre unbedingt empfehlenswert ist!

Aufbau Verlag - gebunden - 309 Seiten - Preis: 22 € - 978-3-351-03665-2

 

 
























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