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Buchhandlung am Sand - Buchtipps
ausgewählte Frühlingsneuerscheinungen von
Margret Kroll

Lorraine Fouchet, "Ein geschenkter Anfang"

Ein geschenkter Anfang beginnt mit einem Ende. Auf der Ile de Groix, vorgelagert an der bretonischen Küste, haben sich die Familie, Freunde und Nachbarn zur Trauerfeier für Lou versammelt. Der wunderbaren Lou, die das lauteste Lachen weit und breit hatte, die alles zusammenhielt, die vor Lebensfreude schäumte, die den festen Freundeskreis immer wieder zum Essen einlud. Sie konnte zwar nicht kochen, ihre Menüs waren grauslich, aber die Treffen waren so beglückend, dass niemand ihre Einladungen versäumte. Einer ihrer Lieblingssprüche war: „Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem spreche ich kein Wort mehr.“ Jetzt ist sie viel zu früh gegangen. Zurück bleibt Jo, der am Boden zerstörte Gatte, die beiden erwachsenen Kinder Sarah und Cyrian, und Pomme, die kleine patente Enkeltochter. Da Lou ihren frühen Tod geahnt hat, hat sie ihrem Testament eine Klausel angehängt. Jo soll ihr einen letzten Wunsch erfüllen, er soll sein zerrüttetes Verhältnis zu seinen Kindern in Ordnung bringen und für das Glück seiner Kinder sorgen. Erst dann darf er ihren letzten Brief an ihn lesen, der sich in einer versiegelten Champagnerflasche befindet.

Der Roman beginnt am 31. Oktober und endet am 6. Februar. Die Kapitel sind immer mit den Personen überschrieben, aus deren Perspektive berichtet wird. Es sorgt beim Lesen für leises Lächeln, Nachdenken und lautem Auflachen. Madame Fouchet ist ein wunderbarer Roman über das Glück und Unglück in der Familie gelungen, das oft so nah beieinander liegt. Die Atmosphäre dieser rauen Landschaft, dem Rauschen und Brausen des Meeres mit Wirkung auf die Menschen, hat sie aufmerksam eingebaut. Das ganze Buch ist eine Liebeserklärung ans Leben, ermutigt zu Veränderungen und ist eine Liebeserklärung an die Ile de Groix, auf der die Autorin selbst zeitweise lebt. Ich wünsche viel Lesevergnügen!

Atlantik Verlag - gebunden - 366 Seiten - Preis: 20 € - ISBN: 978-3-455-60056-8

Peter May, "Moorbruch"

Angesprochen durch das Cover habe ich zu diesem Krimi gegriffen und kann nur sagen: Tun sie es bitte auch!

Wie kommt es zu diesem doch düsteren und morbiden Cover? Der Krimi spielt auf den Hebriden, der Inselgruppe vor der Nordwestküste Schottlands. Die Hebriden sind ca. 200 Kilometer lang und bilden für Schottland quasi einen Wall zum Atlantik. Viele dieser Inseln haben nur geringe Einwohnerzahlen. Die sturmumtoste Landschaft ist oft kahl mit einer dünnen Torfschicht überzogen, endlose Moore wechseln sich mit Heide oder grünen Wiesen ab. In dieser rauen Landschaft wohnt auch ein spezieller Menschenschlag. Jeder kennt jeden und Feindschaften bestehen oft schon seit Generationen. Dort spielt unser Krimi.

Fin Macload ist hier groß geworden. Jahrelang war er in Glasgow Polizist. Jetzt ist er freiwillig aus dem Polizeidienst ausgeschieden und in die Heimat zurückgekehrt. Er soll dem örtlichen Großgrundbesitzer helfen die Wilderer zu vertreiben. Auf einem Ausflug mit seinem Freund Whistler gerät er in ein Unwetter. In dieser Nacht kommt es zu einem "Moorbruch". Ein seltenes Naturphänomen, eine Art Dammbruch bei dem der Torfboden eines Sees bricht und das Wasser abläuft. In diesem leeren See entdecken die beiden ein Flugzeugwrack. Vor 17 Jahren ist dieses Flugzeug vom Radar verschwunden. Pilot dieses Flugzeuges war der Bandleader der Band Amran. In dieser Band spielte Whistler die keltische Flöte und MacLeod war der Roadie. Die erste Ungereimtheit ergibt sich jetzt schon dadurch, dass dieses Flugzeug an einer völlig anderen Stelle vom Radar verschwand. Es kommt zu Ermittlungen. Macleod wird an den Nachforschungen beteiligt und versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Es geht weit zurück in seine Jugendzeit, in der die Band entstand, aber noch in die Gegenwart hinein wirkt, denn es gibt einen weiteren Toten. Für einen Krimi mag der Erzählstil für einige Leser zu langsam sein. Für mich war der Stil den Menschen und der schottischen Insel angepasst und ergab zum Ende hin auch Sinn. Moorbruch ist der dritte Teil der Lewis Trilogy, aber absolut eigenständig zu lesen.

Zsolnay Verlag -gebunden - 336 Seiten - Preis: 20 € - ISBN: 978-3-552-05817-0

Fatma Aydemir, "Ellbogen"

Die Autorin wurde 1986 in Karlsruhe geboren. Sie hat Germanistik und Amerikanistik studiert. Sie lebt jetzt in Berlin und arbeitet als Journalistin bei der Taz und als freie Autorin für weitere Zeitschriften. "Ellbogen" ist der erste Roman von Frau Aydemir.

Mit ihrer Hauptfigur Hazal erleben wir eine junge Türkin, die in Berlin lebt und zwischen allen Stühlen sitzt. Für die Eltern soll sie die folgsame Tochter sein: abends zu Hause bleiben, Tee kochen und nachmittags nach der Schule unentgeltlich im Laden des Onkels helfen. Den Wunsch der Mutter Ärztin zu werden, kann sie nicht erfüllen, der eigene Wunsch Arzthelferin zu werden, ist unerreichbar. Nach 50 Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz als Verkäuferin ist sie noch nicht einmal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen worden. Jetzt hängt sie in einer Berufsvorbereitungsklasse ohne Perspektive. Bei ihren Eltern findet sie keine Unterstützung. Der Vater ist Taxifahrer, abends verschwindet er in die türkische Teestube und die Mutter versinkt in Depressionen oder türkischen TV Soaps. Der jüngere Bruder genießt ein Leben ohne Einschränkungen und driftet in Kleinkriminalität ab. Die einzige Person in der Familie die Verständnis zeigt ist ihre Tante Semra. Tante Semra ist in der türkischen Familie eine Ausnahme, schon fast 40 Jahre alt, unverheiratet und nach dem Studium berufstätig. Hazal und ihre Freundinnen fehlt ein Ziel und eine Orientierung. In ihren Gesprächen bleibt es oberflächlich, es geht um Musik, Spaß haben, Schminken, Skypen. Das große Ziel mit ihren Freundinnen ist die Feier zu Hazals 18. Geburtstag, eine Feier in einer Discothek. Ihre Vorfreude und Erwartungen an diesen Abend sind immens. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf als der Security Mann Hazal und ihren Freundinnen den Zutritt zur Discothek verwehrt. Die Situation gerät völlig aus der Kontrolle: Enttäuschung, Frust, Hass und Wut bringen sie völlig in Rage. Es kommt zu einer Straftat und Hazal flieht danach nach Istanbul. 

Dieser Roman handelt von den Menschen, die am Rande stehen und sich danach sehnen in die Mitte der Gesellschaft zu kommen. Der Roman hat mich tief beeindruckt, sprachlich lehnt er sich sehr an die Sprache der Jugendlichen an. In einem Interview sagte die Autorin: "Wüsste ich die Antworten auf die Fragen, die diese Geschichte stellt, hätte ich den Roman nicht geschrieben." Ein Roman, der einen zum Nachdenken bringt und lange nachklingt.

Hanser Verlag - gebunden - 270 Seiten - Preis: 20 € - ISBN: 978-3-446-25441-1

Imbolo Mbue, "Das geträumte Land"

Der Debütroman von Frau Mbue ist ein Einwanderroman, der im Jahr 2007 beginnt. Die Autorin ist vor zehn Jahren selbst aus Kamerun nach New York gekommen und kann von daher das Gefühl der Immigranten in einem Land der großen Erwartungen differenziert vermitteln. Es geht um zwei Familien: Auf der einen Seite Jende Jonga, der Mann aus Kamerun, der mit seiner Frau Neni und dem sechsjährigen Sohn in New York ein besseres Leben sucht. Sie leben mit einem provisorischen Aufenthaltsstatus in Harlem auf beengtem Wohnraum. Neni möchte Apothekerin werden und beginnt mit einem Studium. Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitet sie schwarz als Putzfrau und Nanny. Jende findet, wie er denkt, einen Traumjob: er wird der Privatchauffeur der Familie von Clark Edwards, der als leitender Manager bei Lehmann Brothers arbeitet. Er lebt mit seiner Familie an der Manhattans Upper East Side oder im Sommerhaus in den Hamptons. Jende chauffiert seinen Chef und dessen Familie täglich durch New York. Er hört ihre Gespräche, Telefonate und erhält tiefe Einblicke in ihr Leben. Alles scheint gut, bis 2008 die Lehman-Brothers- Pleite die Finanzwelt erschüttert. Dieser Tatbestand hat weitreichende Folgen für beide Familien. Jende verliert seinen Job, die Einwanderungsbehörden lehnen seinen Asylantrag ab, er verliert seine Arbeitserlaubnis und sein Bleiberecht. Damit die Familie doch bleiben kann, verfällt Neni auf die abenteuerlichsten Ideen. Aber auch die Familie des Bankers wird von den Ereignissen erschüttert. In diesem Jahr zerbrechen viele Träume und Jende trifft eine Entscheidung. Auch der älteste Sohn der Edwards Familie wendet sich von Amerika ab. Für ihn ist Amerika nicht das Land seiner Träume. Er sucht in Indien nach dem Sinn des Lebens, fernab von Luxus und Übersättigung.

Und wo ist ihr Land der Träume? Ein Roman über Familie, Identität, Immigration und auch Heimat.

Kiepenheuer & Witsch Verlag - gebunden - 423 Seiten - Preis: 22 € - ISBN: 978-3-462-04796-7

 

































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