Die Gleichung des Lebens

von Norman Ohler

Norman Ohler, Die Gleichung des Lebens

Sommer 1747: König Friedrich II. erteilt den Auftrag, die Sumpfgebiete östlich von Berlin, das sogenannte Oderbruch trockenzulegen. Dort sollen sich Flüchtlinge ansiedeln, auch um die neu-gewonnenn Ländereien zu beackern (der Erdapfel erlebt seine Geburtsstunde in unseren Gefilden!) und das Land wachsen zu lassen.

Es liegt nahe, daß die jetzigen Bewohner, die wendischen Fischer, beunruhigt sind und um ihr bisheriges Leben fürchten. Allen voran steht das Oberhaupt der größten Familie im Bruch, Radomeer Maltschau. Er muß vermitteln zwischen der „Berliner Gesellschaft“ und seinem eigenen Volk. Die Spannungen steigen, genauso wie das Wasser: Die Jahrhundertflut (die sogennante Johanni-Flut) steht kurz bevor! Als dann auch noch der Ingenieur Mahistre tot am Oderstrand angetrieben wird, übernimmt das Mathematikgenie Leonhard Euler die Ermittlungen.

Es war für mich eine große Freude, diesen Roman zu lesen. Es kann schon einmal bei mir vorkommen, daß ich mich mit historischen Geschichten  schwer tue, aber Ohler hatte mich sofort von der ersten Seite an gepackt. Der Autor hat enorm viel Liebe und Recherchearbeit in seinen Roman gesteckt, ohne daß die Geschichte jemals langatmig daherkommt. Die Personen, die Tiere und die Landschaft des Oderbruchs werden so atmosphärisch dicht und eindringlich beschrieben, daß ich mich mehrmals beim Lesen im Garten umschauen mußte, ob nicht Gnitzen, Mücken und anderes Viechzeugs um mich herumschwirrten. Außerdem ist natürlich die Aktualität äußerst spannend und hochinteressant – wie auch heute fürchteten die Menschen damals, daß sie durch Fremde verdrängt werden. Also alles in allem eine Empfehlung für die LeserInnen, die auch schon an Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ große Freude hatten!

(Georg Schmitt)

LESEPROBE

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