Lesezeit März 2016

  • Emanuel Bergmann, „Der Trick“, Diogenes, 22,- € (Georg Schmitt)
  • Isabel Bogdan, „Der Pfau“, Kiepenheuer & Witsch Verlag, 18,99 € (Margret Kroll)
  • Milena Busquets, „Auch das wird vergehen“, Insel Verlag, 19,95 € (Katja Cebulla)
  • Sarit Yishai-Levi, „Die Schönheitskönigin von Jerusalem“, Aufbau Verlag, 22,95 € (Katrin Gesterding)
  • Christoph Hein, „Glückskind mit Vater“, Suhrkamp Verlag, 22,95 € (Margret Kroll)
  • Tom Cooper, „Das zerstörte Leben des Wes Trench“, Ullstein Verlag, 22,- € (Georg Schmitt)
  • Irmgard Keun, „Kind aller Länder“, Kiepenheuer & Witsch Verlag, 17,99 € (Katja Cebulla)
  • Jenny Downham, „Die Ungehörigkeit des Glücks“, C. Bertelsmann Verlag, 19,99 € (Sarah Wald)
  • Tim Marshall, „Die Macht der Geographie“, dtv, 22,90 € (Katrin Gesterding)
  • Owen Sheers, „I saw a Man“, DVA, 19,99 € (Katrin Gesterding)
  • Benedict Wells, „Vom Ende der Einsamkeit“, Diogenes Verlag, 22,- € (Sarah Wald)
  • Abbas Khider, „Ohrfeige“, Hanser Verlag, 19,90 € (Margret Kroll)
  • Pierre Jarawan, „Am Ende bleiben die Zedern“, Berlin Verlag, 22,- € (Georg Schmitt)
  • Markus Flohr, „Alte Sachen“, Kindler Verlag, 19,95 € (Katja Cebulla)
  • Elke Heidenreich, „Alles kein Zufall“, Hanser Verlag, 19,90 € (Katrin Gesterding)

 

Und diese schönen Bücher haben es leider nicht auf die Lesezeitliste geschafft, sind aber auch alle uneingeschränkt empfehlenswert und gehören eigentlich ebenfalls auf jeden Gabentisch.

Bei Wunsch gerne die/den Kollegen Ihres Vertrauens ansprechen:

  • Roland Schimmelpfennig, „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“, S.Fischer Verlag, 18,99 € (K. Cebulla/G. Schmitt/K. Gesterding) alleine der Titel ist schon dolle, oder? 🙂

Der erste Roman von Deutschlands meistgespieltem Dramatiker: Bis Berlin reichen die Spuren eines Wolfes, und sein Weg kreuzt sich immer wieder mit den Wegen und Schicksalen der Hauptfiguren im Buch: Mit zwei Kindern, die von zu Hause weggelaufen sind und durch Wald und Stadt irren. Mit dem polnischen Bauarbeiter, der verzweifelt nach seiner Freundin sucht. Mit der Frau, die morgens auf dem Balkon die Tagebücher ihrer Mutter verbrennt usw. Kurze, prägnante Sätze, reduziert auf das Wesentliche, dadurch entsteht eine gewisse Sogwirkung.

  • Brian Morton, „Das Leben der Florence Gordon“, Insel Verlag, 21,95 € (Katja Cebulla)

Drei eigenwillige Frauen aus drei Generationen: Florence Gordon, New Yorker Intellektuelle und seit Jahrzehnten glühende Feministin, ist unverblümt, eitel, stolz – und eine ziemliche Kratzbürste, die fünfundsiebzig Jahre lang so gelebt hat, wie es ihr gefiel. Sie braucht keine Gesellschaft, die sie ohnehin nur von der Arbeit abhalten würde, und als nun ihr Sohn Dan mit seiner Frau Janine und der halbwüchsigen Tochter Emily nach New York kommt, paßt ihr das gar nicht. Emily hingegen sucht die Nähe zu Florence, gerade jetzt, wo sie sich von ihrem Freund getrennt hat – und nun auch noch die Ehe ihrer Eltern ins Wanken gerät. Ganz wie ihre Großmutter ist sie beharrlich und kämpferisch. Das gefällt Florence, und vielleicht kann sie Emily an sich heranlassen, eigentlich könnte sie ein wenig Hilfe auch gut gebrauchen – wenn da nur nicht ihr Stolz wäre …Ein ebenso kluger wie unterhaltsamer und humorvoller Roman über eine Familie und ihre eigenwillige Matriarchin, die gar keine sein will – mit Charakteren, die so lebendig sind, als liefe man ihnen in New York an der nächsten Straßenecke über den Weg.

  • Julie Zeh, „Unterleuten“, Luchterhand Verlag, 19,90 € (Katja Cebulla)

Vielleicht DER Gesellschaftsroman des Jahres: Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist . Spannend, fast schon wie ein Krimi!

  • Vanessa Diffenbaugh, „Weil wir Flügel haben“, Limes Verlag, 19,99 € (Sarah Wald)

Seit vierzehn Jahren arbeitet die dreiunddreißigjährige Letty von morgens bis abends, während ihre Kinder, Alex und Luna, von ihrer Mutter erzogen werden. Als Lettys Eltern nach Mexiko zurückkehren, muss sie zum ersten Mal ihren Mutterpflichten nachgehen und Verantwortung für andere übernehmen. Panisch versucht sie sich dem Ganzen zu entziehen, doch einen Autounfall, eine ungewöhnliche Begegnung und einen Krankenhausaufenthalt später bekommt sie endlich die Möglichkeit, denen, die sie liebt, ein schöneres Leben zu bieten. Doch kann Letty ihre Ängste überwinden und ihre zweite Chance im Leben nutzen? Frau Wald hätte den Roman gerne persönlich vorgestellt, leider erscheint er erst Ende Mai !!!

  • Alessandro Barrico, „Mr. Gwyn“, Hoffmann & Campe Verlag, 22,- € (Katja Cebulla)

Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, faßt eines Tages einen weitreichenden Entschluß. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: „Bücher schreiben“. Statt dessen beschließt er, in seinem neuen Leben als „Kopist“ zu arbeiten und Porträts anzufertigen – dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht. „Mr. Gwyn“ ist ein besonderes Buch mit einer intelligenten und reizvollen Geschichte, voller schöner Sätze und Gedanken und teilweise so atmosphärisch, dass man meint, es auf der Haut zu spüren (Zitat Frau Cebulla!)

  • Jean-Philippe Blondel, „This is not a love song“, Deuticke Verlag, 17,90 € (Katrin Gesterding)

Vincent hat es in England zu einer beachtlichen Karriere und einer glücklichen Familie gebracht. Doch zu Besuch in seiner Heimat Frankreich ist er sofort wieder der unsichere Junge von früher. Schnell hat er über alle – die Eltern, den Bruder, die alten Freunde – ein Urteil gesprochen. Bis ihn die Frau seines Bruders, die er noch nie leiden konnte, endlich mit der Wahrheit konfrontiert . Eine spannende, überraschende Reise in die eigene Jugend. Eine Geschichte über Beziehung, Liebe, Freundschaft und über eine der reizvollsten Fragen überhaupt: Was wäre gewesen, wenn?

Bücherwurm der Buchhandlung am Sand