Der andere Arthur

Ein Roman von Liz Moore

Mit 60 Jahren und über 225 Kilo befindet sich Arthur Opp in einer seltsamen Lage. Seit zwanzig Jahren lebt er in seinem Haus und weigert sich seit 10 Jahren es zu verlassen. Alles, was er braucht, lässt er sich nach Hause liefern: Essen, Vorräte, einfach alles. Er ist ein nachdenklicher Mann und sehr einsam. Doch da er so lange von der Gesellschaft abgeschnitten war, fürchtet er, sein Haus nie wieder verlassen zu können.

Charlene war Arthurs Studentin. Während eines gemeinsamen Kurses entstand zwischen ihr und Arthur eine Verbindung, die sich keiner von beiden erklären konnte. Die unscheinbare und sozial unbeholfene Charlene fand in Arthur einen Freund, den sie seitdem nicht mehr hatte. Nicht einmal nach zwanzig Jahren. Obwohl ihre körperliche Freundschaft nach ihrem Studienabschluss endete, schrieb sie Arthur noch einige Jahre Briefe, die ihm mehr bedeuteten, als sie je ahnen konnte.

Nun, zwanzig Jahre später, schreibt Charlene Arthur erneut, um ihm von ihrem Sohn Kel zu erzählen. Sie fragt Arthur, ob er Kel mit der dringend benötigten Unterstützung helfen kann. Arthurs Begeisterung über ihren Brief setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang. Unter anderem die Einstellung eines Dienstmädchens. Ein Vorgang, der Arthur grossen Stress bereitet, schliesslich war jahrelang niemand mehr in seinem Haus gewesen. Doch ausgerechnet mit diesem Stress entsteht Freundschaft, und seine Freundschaft mit Yolanda, dem Dienstmädchen, liess mich oft einfach gerührt lächeln.

Diese Charaktere sind wunderbar fehlerhaft, ehrlich, verletzlich und einfach authentisch. Es ist so ein Buch, bei dem man mit jeder Figur mitfiebert. Das Buch behandelt schwere Themen wie Sucht, Krankheit und soziale Klassenunterschiede, verwebt diese jedoch geschickt mit Hoffnung und zwischenmenschlicher Verbindung.

Laura Pawletko

Informationen:
  • Stand: April 2026
  • C. H. Beck – Gebunden – 377 Seiten
  • Preis: 26,-
  • ISBN: 978-3-406-84333-4 
Bücherwurm der Buchhandlung am Sand