„Der letzte Sommer der Tauben“
Noah ist vierzehn und hat eine eigene Bande, die sich die Al-Pacinos nennen. Sie sind einfach Jungs, die harmlosen Unsinn treiben. Die meisten züchten Tauben auf dem Dach Ihrer Familienhäuser. Manchmal hat Noah Glück und eine fremde Taube fliegt ihm zu, die seine Taubenstaffel vergrössert. Sie haben alle Namen, wie Karamelle oder Goliath. Noah liebt seine Tauben sehr.
Aber seit die Männer in den Autos durch die Strassen fuhren, um über Lautsprechern das Kalifat auszurufen, ist alles anders. Noah sitzt im Ladengeschäft seines Vaters, wo es einst hübsche Damenmode zu kaufen gab, und schwärzt Frauenabbildungen auf Verpackungsschildern von undefinierbaren, dunklen Abayas und Burkas. Sein Vater hingegen sitzt schwitzend und nervlich aufgelöst an der Theke, denn er ist Kettenraucher, der nicht mehr rauchen darf. Zigaretten sind jetzt verboten. Auch Smartphones, sehr viel Musik und Literatur. Nach und nach bring Noahs Familie alles zum Verbrennen weg. Seine Schwester ist auch noch hochschwanger und ihr Verlobter irgendwo gefangen genommen worden. Die Mutter ist traurig, weil Noah grosser Bruder weg ist. Zu einer hohen Behördenstelle aufgestiegen und einfach aus ihrem Familienleben radiert. Noahs Onkel hingegen bleibt ein kauziger Typ, der scheinbar heimlich was Verbotenes tut. Was, dass muss Noah noch herausfinden. Und überhaupt nervt das Kalifat einfach total! Seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr alleine das Haus verlassen!
Dann hat einer der Al-Pacinos eine Idee. Wie wäre es mit einem richtig grossen Graffiti, was zeigt, was sie von dem Kalifat eigentlich halten?
Ein spannendes, amüsantes Buch, was das Schwere leicht erzählt und trotzdem nichts schönt.
Laura Pawletko
Informationen:
- Stand: März 2026
- Hanser Verlag – Gebunden – 216 Seiten
- Preis: 24,-
- ISBN: 978-3-446-28222-3