Die Gezeiten gehören uns

Ein Roman von Vendela Vida

Es sind die 80er-Jahre in San Francisco, und wenn die 13-jährige Eulabee und ihre beste Freundin Maria Fabiola nicht gerade in der Schule sind, leben sie ihre Freiheit an den Klippen aus. Niemand weiß sich dort sicherer zu bewegen als die Freundinnen, eine Sicherheit, die sich auf das ganze Leben auszuweiten scheint. Doch eines Tages bekommt diese Sicherheit Sprünge – als nämlich ein Mann in einem Auto neben den Mädchen hält und nach der Uhrzeit fragt. An diesem Punkt sind die Freundinnen sich mit einem Mal nicht länger einig: War es einfach ein kurzes Gespräch unter Fremden, wie Eulabee es erinnert, oder hat der Mann, wie Maria wenig später der Polizei erzählt, sich dabei angefasst? Eulabee findet sich in der schwierigen Situation wieder, einerseits ihrer besten Freundin vertrauen zu wollen, aber andererseits überzeugt davon zu sein, was sie gesehen oder vielleicht eher nicht gesehen hat. Während Eulabee altersgemäß ohnehin mit viel Veränderung konfrontiert wird, sowohl körperlich als auch emotional, muss sie sich entscheiden, ob sie auf ihr Bauchgefühl hört oder sich auf Marias Seite stellt, deren Aussage unerwartete Folgen hat.

Vendela Vida erzählt diese Geschichte des Erwachsenwerdens und der Unsicherheiten, die damit einhergehen, wunderbar ehrlich, unaufgeregt und mit einer feinen Prise Humor. Die Suche nach der Wahrheit und das Zweifeln an der eigenen Überzeugung sorgen dabei für die nötige Spannung, am Ende sind es aber Eulabees Überlegungen und Entscheidungen, die das Buch so lesenswert machen.

(Sarah Kranz)

Informationen:
  • Stand: März 2022
  • übersetzt von Monika Baark
  • Hanser – gebunden – 285 Seiten
  • Preis: 22,- €
  • ISBN: 978-3-446-27226-2
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