Die Zeit des Lichts

Ein Roman von Whitney Scharer

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Whitney Scharer hat Kreatives Schreiben an der Universität von Washington studiert und wurde mit dem Emerging Artist Award der St. Botolph Club Foundation ausgezeichnet. Außerdem war sie Stipendiatin des Somerville Arts Council und am Virginia Center forthe Creative Arts. »Die Zeit des Lichts« ist ihr erster Roman, in dem sie das Leben von Lee Miller behandelt. Elizabeth „Lee“ Miller, Lady Penrose (* 23. April 1907 in Poughkeepsie, New York, USA; † 21. Juli 1977 in Chiddingly, East Sussex, England) war eine US-amerikanische Fotografin und Fotojourna-listin. Als Kriegsfotografin lieferte Miller Bilddokumente vom London Blitz und von der Invasion der Alliierten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und dokumentierte die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Dachau. Ihre Werke werden zu den wichtigen Fotoarbeiten des 20. Jahrhunderts gezählt.
Lee Miller ist ein erfolgreiches Fotomodell. Sie arbeitet für die amerikanische Vogue, (nachdem Voguechef Condé Nast sie vor einem Unfall rettete und von ihrer Schönheit betört war), aber sie langweilt sich vor der Kamera und sehnt sich nach einer Karriere dahinter, als Fotografin. Kurzerhand reist sie mit ihrer Kamera nach Paris und beginnt zu fotografieren. Auf ihrer Suche nach einer Ausbildung auf fotografischem Gebiet, bewirbt sie sich bei Man Ray, dem berühmten Maler, Filmemacher und Fotografen. Er erkennt ihr Talent und stellt sie ein, zunächst als Hilfskraft, aber bald nimmt sie eine zusehends wichtigere Rolle ein, unter anderem ist Lee Miller auch an Man Rays neuer Technik der Solarisation (eine Verfremdung des fotografischen Bildes durch starke Überbelichtung) beteiligt. Und ja, wie man schon ahnt, es bleibt keine reine Arbeitsbeziehung zwischen den beiden. Sie wird seine Schülerin, sein Modell, seine Geliebte.
In „Die Zeit des Lichts“ erzählt die Autorin von der Pariser Bohème der Dreissigerjahre, der Liebesbeziehung mit Man Ray, der sehr eifersüchtig ist und auch nicht davor zurückschreckt ein Bild von Lee bei einem Wettbewerb als das seine einzureichen, dem Künstlerleben und Lee Millers Werdegang von der Femme fatale und surrealistischen Künstlerin zu der Kriegsfotografin, als die sie bekannt ist. Sie macht später unter anderem Bilder von der Befreiung Buchenwalds und Dachaus und von sich selbst in Hitlers Badewanne. Meilensteine der Fotografie! Das Buch beginnt 1966, als diese Zeiten lang vorbei sind und Lee Miller mit ihrem Mann in England auf dem Land lebt, hauptsächlich für eine Kolumne kocht und viel zu viel trinkt und daher um ihre Stelle bei der Vogue fürchtet. Ein Artikel über ihre Zeit mit Man Ray soll sie beruflich wieder auf einen grünen Zweig bringen und so tauchen wir in den Rückblick in ihre Zeit mit ihm ein.
Ein schönes Buch! Es liest sich leicht  und locker, ist nicht ganz so anspruchsvoll, wie „Max“ von Markus Orths, was ja eine ähnliche Zeit abbildet und mir damals so gut gefallen hat. Es ist luftiger und unterhaltender, was ja auf keinen Fall schlecht sein muss, besonders da man dennoch Interessantes über Zeit und Leute erfährt. Ich finde Whitney Scharer ist ein erfreulicher Debütroman gelungen und „vor allem zeigt sie eine Frau, die sich weigerte, in jemandes Schatten zu stehen, und die sich als selbstbewusste Künstlerin behauptete.“ (Klappentext)
(Katja Cebulla)
Informationen:
  • Stand: September 2019
  •  Klett-Cotta Verlag – gebunden – 392 Seiten
  • ISBN: 978-3-608-96340-3
  • Preis: 22,00

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