Donnersonntage

Ein Roman von Marie Molsberg

1969 – Apollo 11 und die erste Mondlandung, Woodstock, Studentenbewegung, die Pille, Frauen, die für ihre Rechte auf die Straße gehen. Davon ist im Ort Brunnbach im Westerwald nicht viel zu spüren. Dort lebt Renate mit ihrem Mann und dem zehnjährigen Sohn im Haus ihrer Mutter. Jeder kennt jeden und es herrschen klare Moralvorstellungen. Das Highlight des Dorfes ist der Feuerwehrball und da passiert das Unmögliche: Die 29-jährige Renate und der 19-jährige Raimund, Sohn des Nachbarn und Skatfreund von Renates Mann, verlieben sich ineinander. Es entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen ihnen, die natürlich irgendwann entdeckt wird und zu einem Skandal im Dorf führt.

Es beginnt eine regelrechte Hetze gegen die beiden, angeführt von Renates Mutter, ihrem Ehemann und Raimunds Familie. Die beiden wagen gemeinsam eine Zukunft, sie gehen in die Großstadt. Renate findet zwar Arbeit, obwohl sie dafür noch die Zustimmung des Ehegatten braucht. Eine gemeinsame Wohnung ist aber nicht möglich, denn Renate ist ja noch verheiratet. Besonders die Trennung von ihrem Sohn macht Renate zu schaffen und ihr Mann und ihre Mutter setzen alles daran, ihr das Sorgerecht im Scheidungsprozess nicht zukommen zu lassen.

Eindrucksvoll zeigt der Roman anhand dieser Liebesgeschichte ein Panorama der 60 und 70er Jahre, in der Emanzipation eine große Rolle spielt. Es ist noch gar nicht solange her, dass traditionelle Rollenbilder gerade im dörflichen Raum einen so starken Einfluss hatten. Lesen Sie selbst, wie die Hauptfigur ihren Weg zwischen Mutterrolle und Selbstverwirklichung und neuer Liebe findet.

(Margret Kroll)

Informationen:
  • Stand: April 2026
  • HarperCollins Verlag – gebunden – 416 Seiten
  • Preis: 24,- €
  • ISBN: 978-3-365-01262-8   
Bücherwurm der Buchhandlung am Sand