Ein Sonntag mit Elena

Ein Roman von Fabio Geda

‚Ein Sonntag mit Elena‘ ist ein kleines Buch, welches recht still daherkommt und welches ich beim Lesen immer mehr ins Herz geschlossen habe.
Rückblickend erzählt Giulia die Geschichte einer Zufallsbekanntschaft ihres Vaters, eine Geschichte, von welcher sie erst im Nachhinein erfuhr, da sie zu dem Zeitpunkt mit ihrem Vater nicht besonders viel Kontakt pflegte.
Ihr Vater, ein ehemaliger Ingenieur für Brücken, der in seinem Berufsleben ziemlich viel umher reiste, war gerade seit 8 Monaten Witwer, als er die Bekanntschaft mit Elena machte. Eigentlich hatte er eines Sonntags für seine andere Tochter und deren Kinder aufwändig gekocht und zu sich eingeladen. Als diese aber aufgrund
eines Unfalls spontan absagen, spaziert er ziellos umher und landet in der Nähe eines Skaterparks, wo er auf Elena und ihren Sohn trifft.
Nach einem kurzen Gespräch, in welchem er die Nöte von Elena erkennt, lädt er diese und ihren Sohn zu sich nach Hause ein. Das Haus voller Essen und Stille ist es auch für ihn eine Bereicherung die beiden an diesem Sonntagnachmittag als Gäste zu haben.
Giulia spikt diese Geschichte mit allerlei Informationen zu ihrer Familie, zu dem früheren Leben mit einem ständig abwesenden Vater und einer alles aufrechterhaltenden Mutter und zu ihren Enttäuschungen mit ihrem Vater und den ungeklärten Konflikten.

Ein sehr warmherziges Buch ist Fabio Geda da gelungen. Feinfühlig und sensibel erzählt er aus dem Leben eines alternden und einsamen Mannes und wie eine Zufallsbekanntschaft etwas verändern kann.
Ein wohltuender, schön geschriebener Roman!

(Sarah Wald)

Informationen:
  • Stand: August 2020
  • hanserblau Verlag – gebunden – 240 Seiten
  • Preis: 20,-€
  • Übersetzung: Verena von Koskull
  • ISBN: 978-3-446-26795-4
  • LINK zur Leseprobe

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