Monster

Ein Roman von Yishai Sarid

monster sarid

Yishai Sarid ist 1965 in Tel Aviv geboren, wo er bis heute lebt. Nachdem er als Nachrichtenoffizier in der israelischen Armee tätig war, studierte er in Jerusalem und Harvard und arbeitete später als Staatsanwalt. Heute ist Yishai Sarid als Rechtsanwalt tätig, und veröffentlicht Artikel in diversen Zeitungen. 2010 erschien bei Kein & Aber „Limassol“ und im März sein neuer Roman „Monster“.

176 Seiten, die es in sich haben. Die ich nicht mal so eben an einem Abend durchlesen konnte. Die mir einiges abverlangt haben und mich noch immer beschäftigen.Yishai Sarids Roman„Monster“ wurde von Ruth Achlama aus dem Hebräischen übersetzt und ist eigentlich ein Bericht. Der Bericht eines jungen israelischen Historikers an seinen Vorgesetzten, den Direktor der Gedenkstätte Yad Vashem, in dem er seinen Werdegang beschreibt und erklärt, wie es zu einem bestimmten Vorfall zwischen ihm und einem deutschen Filmemacher in Treblinka am Ende des Buches kommen konnte.Wieso er überhaupt über Holocauststudien promoviert hat und wie er an seine Stelle als Tourguide in den polnischen Konzentrationslagern geraten ist. Und was das mit ihm gemacht hat.

Er ist ein absoluter Experte auf seinem Gebiet. Zahlen, Fakten, er kennt sie alle. Sachlich nüchtern spricht er über die Lager und seine Führungen dort. So nüchtern, dass mir immer wieder der Atem stockte. Aber im Lauf der Zeit geschieht etwas mit ihm. Die Art und Weise, wie israelische Schulklassen und andere Gruppen, die er durch die Lager führt (einmal sogar ein Minister) reagieren und damit umgehen, zehrt zusehends an ihm und seinen Kräften.

Was ist echt? Was ist inszeniert? Computerspiele, Filme, Ausgrabungen, Militärparaden …  all die verschiedenen Herangehensweisen werden in dem Buch beleuchtet. Viele Fragen bleiben. Was hat es mit der Erinnerung auf sich? Wie muss, sollte, kann, damit umgegangen werden? Wie wirken vergangene Gräueltaten in der Gegenwart? Wie können die Stimmen der Toten lebendig erhalten bleiben? Wie wichtig ist eine vernünftige Erinnerungskultur?.Meines Erachtens ein sehr wichtiges Buch, das auf wenigen Seiten unfassbar viel zur Sprache bringt. Ich möchte es gern allen allen ans Herz lege.

(Katja Cebulla)

 

Informationen:
  • Stand: März 2019
  • Kein & Aber Verlag – gebunden – 176 Seiten
  • Preis: 21,- €
  • ISBN 978-3-0369-5796-8

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