Oberammergau
Wie kann das nur sein? Dieser Roman ist überall völlig durchgerutscht: keinerlei Rezensionen, weder auf Instagram, noch im weltweiten Internet. Um das zu ändern, kommt hier ein kleiner Anfang:
Wir reisen ins Allgäu in das Jahr 1633. Die Pest hat auch in Oberammergau gewütet, viele Einwohner hat es dahingerafft. Nach einer Gotteserscheinung legt das Dorf ein Gelübde ab: Von nun an soll ein Passionsspiel zu Ehren Jesu Christi aufgeführt werden, um in der Zukunft von allen Seuchen verschont zu werden. Da auch der alte Pfarrer verstorben ist, kommt dem neuen, jungen Pfarrer Johannes die Aufgabe zu, genügend Menschen als Schauspieler in kürzester Zeit zu begeistern. Das nächste Problem stellt sich schnell in den Weg: Johannes ist nicht wirklich talentiert, was das „Stücke schreiben“ angeht. Auch dass die Ortsvorsteher, der sogenannte „Rat der Sechs“, allen voran Agnes (deren Mann komatös das Bett hütet) sich als Widersacher des Ganzen entpuppen, macht die Sache für Johannes und seine Gefolgsleute nicht leichter. So formieren sich zwei Lager, die sich schlussendlich unerbittlich gegenüberstehen und bekämpfen.
Man kann hier an dieser Stelle gar nicht alles nacherzählen, was sich in Oberammergau und drumherum ereignet und welche Figuren ihre Finger im Spiel haben. Nur so viel: Diese Geschichte von Robert Löhr macht einen Heidenspaß, selten habe ich solch einen gewaltigen und abwechslungsreichen historischen Roman gelesen. Welch irre Wendungen, Intrigen und sonstigen unglaublichen Ereignisse in „Oberammergau“ eingebaut werden, das müssen Sie selber lesen. „Oberammergau“ ist humorvoll, spannend, blutig, eklig, unterhaltsam, lehrreich, bewegend und bekommt hoffentlich bald die Aufmerksamkeit, die es verdient!
(Georg Schmitt)
Informationen:
- Stand: Mai 2026
- Piper Verlag – Gebunden – 480 Seiten
- Preis: 26,- €
- ISBN: 978-3-492-07408-7