Unter Wasser Nacht

Ein Roman von Kristina Hauff

Wer von uns Norddeutschen war noch nicht im Wendland? Endlose Natur, eine vielfältige Flora und Fauna. Waren sie schon mal im alten Zonenrandgebiet und haben frühmorgens dem Vogelgezwitscher gelauscht? Die Elbtalauen sind schon ein einmaliges Naturerlebnis. Durch die Zonenrandlage und die Dünnbesiedelung hat dieser Landstrich aber auch die Begehrlichkeiten der Atomindustrie geweckt. Wer erinnert sich nicht an Sitzblockaden, Demonstrationen und Castortransporte? Die gelben Kreuze des Atomwiderstandes sind im Wendland überall präsent.

Unser vorliegender Roman spielt genau dort. Hauptprotagonisten sind zwei befreundete Ehepaare, die sich seit frühester Kindheit und aus dem Widerstand kennen. Sie haben gemeinsam einen Hof restauriert und bezogen. Zu beiden Paaren kamen die Kinder. Jetzt hat sich aber zwischen diese beiden Paare die Sprachlosigkeit eingeschlichen. Die Idylle hat tiefe Risse erhalten. Unter mysteriösen Umständen ist Aaron, der einzige Sohn des einen Paares in der Elbe ertrunken. Wie geht man als Paar, als Eltern und als Freunde mit diesem Verlust um? Als ein junge Frau aus Dänemark in diese Gemeinschaft kommt, brechen verkrustete Strukturen auf und es kommt Bewegung in die Geschichte. Mysteriös erscheinen anfangs die Gründe für ihr Ankommen und besonders die Fährfrau Edith steht ihr kritisch gegenüber. Mehr sei nicht verraten. Für mich absolut lesenswert.

Kristina Hauff ist übrigens ein Pseudonym der Autorin Susanne Kliem, die sonst Krimis schreibt. Die Spannungsbögen hat sie auch in diesem Roman gut gesetzt, aber ich würde diesmal den Begriff Drama eher benutzen.

(Margret Kroll)

Informationen:
  • Stand: März 2021
  • Hanser blau – gebunden – 288 Seiten
  • Preis: 20,- €
  • ISBN: 978-3-446-26945-3
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