Lesezeit November 2025

Titelliste „Lesezeit“ 22./29. & 30. November 2025

Henrik Szántó, „Treppe aus Papier“, Blessing Verlag, 23,- € (Georg Schmitt)

Theresia Graw, „In uns der Ozean“, List Verlag, 22,99 € (Margret Kroll)

Philippe Collin, „Der Barmann des Ritz“, Insel Verlag, 25,- € (Katrin Gesterding)

Gaël Faye, „Jacaranda“, Piper Verlag, 24,- € (Georg Schmitt)

James Rebanks, „Insel am Rand der Welt“, Penguin Verlag, 24,- € (Sarah Kranz)

Sybil Volks, „Café Finito“, C. Bertelsmann Verlag, 22,- € (Margret Kroll)

Anna Bailey, „Unsere letzten wilden Tage“, Rütten & Loening, 22,- € (Laura Pawletko)

Frode Grytten, „Der letzte Tag des Fährmanns“, Penguin Verlag, 22,- € (G. Schmitt)

Moa Herngren, „Schwiegermutter“, Kein & Aber Verlag, 25,- € (Margret Kroll)

Mieko Kawakami, „Das gelbe Haus“, Dumont Verlag, 26,-€ (L. Pawletko & S. Kranz)

Kim Fay, „Mit Liebe und Safran“, Kampa Verlag, 22,- € (K. Gesterding & S. Kranz)

A. Bernadi, Cocotte, Knesebeck Verlag
o Chorba Suppe (Lamm), bzw. Mafé (Rind)
o Schmorhuhn in Käse-Bier-Sauce
Natschke-Hofmann, Seelenwärmer, Thorbecke Verlag
o Gemüse-Lasagne
P. Razavi, Ein Fest für Gemüse, Brandstätter Verlag
o Mohnkarotten auf Selleriepüree
o Mangoldröllchen mit Pinienkernen & Cranberries
A. Timoshkina, Kapusta, Dorling Kindersley Verlag
o Ukrainische gefüllte Kartoffelküchlein
o Pikanter Rote-Bete-Dip mit Walnüssen, Karotten-Tapenade, Rote-Bete-Dip mit Ei & Knobimayonnaise, rauchige Karotten-Paprika-Creme, Bulgarische Pilz-Paté mit Walnüssen
Judith Erdin, Dein bestes Brot (über Nacht), AT Verlag
o Baguettebrot, Dinkel-Zwirbelbrot
Leesker & Jansen, 1, 2, 3 – Weihnachtsbäckerei, LV
o Linzer Schnecken, Honigplätzchen, Schokotaler, Cantucchini, Biscotti al Limone,
Husarenbusserl, Walnussquadrate, Vanillekisserl, Haferflocken-Cookies, Mohnküßchen, Amerettini, Almendrados, Florentiner Dreiecke, Prasselplätzchen
A. Bokmeier, Bake a Wish, Hölker Verlag
o Nussbäumchen, Nussecken mit Kürbiskernen
o Birnen-Mandelkuchen mit Schmandcreme
o Schoko-Nuss-Stollen
o Mini-Schoko-Rum-Gugelhupfe

Sy Montgomery, „Tête-à-Tête mit einer Schildkröte“, Diogenes Verlag, 26,- € (G. Schmitt)

Lauren E. Rico, „Familia“, HarperCollins Verlag, 18,- € (Katrin Gesterding)

Hélène Gestern, „Rückkehr nach St. Malo“, Rowohlt Verlag, 25,- € (Margret Kroll)

Jonas Hassen Khemiri,„Die Schwestern“, Rowohlt Verlag, 26,- € (Sarah Kranz)

Yuko Kuhn, „Onigiri“, Hanser Verlag, 23,- € (Laura Pawletko)

Beatrix Gerstberger, „Die Hummerfrauen“, 22,- € , dtv (Georg Schmitt)

Sophie Hopper, „Miss Taylor, das Wasser und die Liebe“, Heyne Verlag, 22,- € (K. Gesterding)

Annette Bjergfeldt, „Mr. Saitos reisendes Kino “, HarperCollins Verlag, 24,- € (Margret Kroll)

Martina Clavadetscher, „Die Schrecken der Anderen“, Beck Verlag, 25,- € (Sarah Kranz)

Sven Weiss, „Butterberg“, Aufbau Verlag, 24,-€ (Laura Pawletko)

Saša Stanišić, „Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird.“, Luchterhand Verlag, 22,- € (Sarah Kranz)


Weitere Lieblingsbücher, die es aufgrund der begrenzten Zeit nicht mehr persönlich in die Lesezeit geschafft haben:

Stefan Slupetzky, „Nichts wie weg“, Picus Verlag, 24,- € (Georg Schmitt)

Als Vera Baum von einem Tag auf den anderen ihren Geruchssinn verliert, bricht für die experimentierfreudige Zuckerbäckerin eine Welt zusammen. Nun muss sie ihren Beruf aufgeben und ihre Konditorei schließen – und zu allem Überfluss erwischt sie auch noch ihren Mann in flagranti mit ihrer besten Freundin. Zur gleichen Zeit wird in Finnland der Geldfälscher Onni Vitala aus der Haft entlassen. Rat- und mittellos kehrt er in seine ehemalige Fälscherwerkstatt zurück und wird dort von zwei albanischen Ganoven überrascht, die eine von der Polizei unentdeckte Menge an Falschgeld stehlen, um sie nach Wien zu bringen. Da es sich aber um fehlerhafte Blüten handelt, nimmt der ehrenwerte Fälscher Onni die Verfolgung auf, um die Geldscheine zurückzuholen und zu entsorgen.In Wien angekommen, trifft Onni auf Vera – eine zufällige, aber schicksalhafte Begegnung für beide. Herrlich unterhaltsam, genau das richtige Buch zur Erhellung der Laune und der dunklen Jahreszeit. Für alle Leserinnen und Leser von Jonas Jonasson.

Henning Sussebach, „Anna“, C. H. Beck Verlag, 23,- € (Margret Kroll & Georg Schmitt)

1887, tief im Sauerland. Eine junge Frau kommt den Weg hinauf ins Dorf Cobbenrode. Dort soll Anna Kalthoff die neue Lehrerin werden. Doch sie wird es nicht bleiben. Denn Anna widersetzt sich bald den Erwartungen des Ortes und den Regeln ihrer Zeit. Sie entscheidet selbst, was sie zu tun und zu lassen hat, wie sie leben und wen sie lieben will. Zwei Jahrhunderte später rekonstruiert der Urenkel Annas inspirierendes Leben und rettet so die Geschichte einer selbstbewussten Frau vor dem Vergessen. Sein Buch ist eine zauberhafte Annäherung an die Vorfahren, ohne deren Entscheidungen und Mut es uns nicht gäbe.

Einige Fotos, Poesiealben, Postkarten, ein Kaffeeservice, ein Verlobungsring: Viel mehr stand Henning Sußebach nicht zur Verfügung, als er sich auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna begab. Nach einem Jahr der Suche fügte sich ein Bild: Da hat eine scheinbar gewöhnliche Frau ein außergewöhnliches Leben geführt, gegen allerlei Widerstände. Anna nahm sich, was sie vom Leben wollte. Männer, Arbeit, Freiheit! Diesem Willen hat der Autor seine Existenz zu verdanken. Sein Buch ermuntert uns alle, nach den Annas zu suchen, die es in jeder Familiengeschichte gibt.

Claire Lynch, „Familiensache“, Penguin Vedrlag, 24,- € (Katrin Gesterding)

Ein Haus, einen Ehemann, ein Baby: Eigentlich hat Dawn alles, was man sich im England der 1980er-Jahre wünschen sollte. Doch dann lernt sie Hazel kennen und beginnt zu ahnen, welches andere Leben möglich wäre. Plötzlich ist alles viel heller – und komplizierter. Denn Dawn hat Verpflichtungen: Dawn hat ihre kleine Tochter Maggie. Jahrzehnte später ist Dawn für Maggie nur eine schattenhafte Erinnerung. Ihr Vater Heron hat sie allein großgezogen, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Als Heron eine Diagnose erhält, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt, erzählt er Maggie zunächst nichts davon. Denn über unbequeme Wahrheiten hat er schon immer lieber geschwiegen – so wie über das, was 1982 passiert ist …

Daniel Donskoy, „Brennen“, KiWi Verlag, 23,- € (Katrin Gesterding)

Er arbeitet erfolgreich als Schauspieler, Regisseur, Theaterproduzent und Musiker. Jetzt legt Donskoy seinen ersten Roman vor. „Brennen“ erzählt die Coming-of-age-Geschichte eines jungen Mannes, der rastlos nach einem gelungenen Leben sucht:

Zwölf Jahre, nachdem das Schicksal die beiden auseinandergerissen hat, drängt es den Erzähler, seinem Freund Tyler zu schreiben: von dem Leben, das inzwischen vergangen ist. Von Dreharbeiten im russischen Schnee, kurz vor dem Krieg, von einer sizilianischen Jagdgesellschaft und einem furchtlosen Dackel, einem in Flammen stehenden Filmstudio in der Nähe von Auschwitz, und vielem anderen.

Carmen Korn, „In den Scherben das Licht“, Kindler Verlag, 25,- € (Katrin Gesterding)

Hamburg, 1946: In den Trümmern der zerbombten Stadt treffen Gert und Gisela aufeinander. Zwei junge Menschen, die ihre Familien im Krieg verloren haben und die nun in diesem harten Nachkriegswinter nach Hoffnung suchen. Sie finden sie im Keller eines Hauses, das der einstigen Schauspielerin Friede Wahrlich gehört. Eine ungewöhnliche Frau, die in ihrer eigenen Vergangenheit gefangen ist und doch fest daran glaubt, dass sich aus dem Chaos eine hellere Zukunft formen lässt. In ihrer Küche wächst eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig Halt gibt. Aber die Schatten der Vergangenheit sind lang: Was geschah mit Giselas Familie? Lebt Gerts kleine Schwester noch? Und was wurde aus den beiden Männern, die Friede einst liebte?

Leon Engler, „Botanik des Wahnsinns“, Dumont Verlag, 23,- € (Sarah Kranz)

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.

Sarah Kuttner, „Mama & Sam“, S. Fischer Verlag, 24,-€ (Margret Kroll)

Eine Tochter steht in der Wohnung ihrer plötzlich verstorbenen Mutter. Die Mutter ist fort, ihre gesamten Ersparnisse auch. Was bleibt, sind Fragen: Warum ist die Wohnung so chaotisch, der Briefkasten so voll? Und wie ist es überhaupt möglich, seine eigene Mutter an einen Heiratsschwindler zu verlieren?

Sarah Kuttner erzählt die Geschichte einer Frau, die Liebe suchte und auf einen Love Scammer traf. Die sich verliebte und die Augen verschloss. Die nichts zurückließ, außer einem schier endlosen Chat mit dem Betrüger. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Tochter, die zurückbleibt, mit einer Leerstelle, wo einmal die Mutter war.

Also liest die Tochter die Nachrichten, die nicht für sie bestimmt waren, liest Dinge über sich selbst, die sie nie wissen wollte. Und doch, ganz langsam, füllt sich die Leerstelle mit einer Nähe, wie sie beiden zu Lebzeiten nicht möglich war. Unglaublich berühende Lektüre.


Bücherwurm der Buchhandlung am Sand